Gangstörungen

Probleme beim Gehen, oder kurz Gangstörungen genannt, können auf unterschiedliche Erkrankungen hinweisen, die neurologischen oder orthopädischen Naturen sind. Auch innere Krankheiten können zu solchen motorischen Problemen führen. Gangstörungen, die in den Bereich der Inneren Medizin fallen, können zum Beispiel durch spezifischen Vitaminmangel ausgelöst werden. Das Vitamin B12 spielt hier zum Beispiel eine zentrale Rolle, da es vor allem auch für die Funktion von Nervenzellen sehr wichtig ist. Vitamin B12 kann der Körper sehr lange speichern und kommt zum Beispiel in tierischen Lebensmittelprodukten vor. Der Vitaminmangel ist zum Beispiel bei Erkrankungen des Rückenmarks bekannt. Gangstörungen kennt man natürlich auch in Zusammenhang mit akutem Alkoholmissbrauch. Alkoholismus kann in vielfältiger Weise Symptome auslösen, die mit einem Niedergang von Gehirnzellen verbunden ist und auch zu neurologischen Auffälligkeiten wie permanenten Problemen mit dem normalen Gang führen. Das Problem betrifft häufig auch Menschen, die als Spiegeltrinker einen bestimmten körperlichen Suchtzustand erreichen müssen, bevor die neurologischen Auffälligkeiten kurzfristig zurückgehen. Gleiches gilt auch für Menschen die illegale Drogen chronisch konsumieren. Oft kommt es zu Gangstörungen durch neurologische Krankheiten wie Parkinson oder der Alzheimer-Krankheit. Bei der Parkinson-Krankheit kommt es chronisch zu einem Verlust von Dopamin-produzierenden Zellen im Gehirn, was zu Botenstofffunktionsstörungen führt und mit zahlreichen Bewegungsstörungen einhergeht. Das Zittern ist eines der Leitsymptome, die bei Parkinson sehr auffällig ist. Nervenstrukturschädigungen, die zu zahlreichen Bewegungsdefiziten führen, sind auch bei der chronisch-entzündlichen Erkrankung Multiple Sklerose bekannt. Gangstörungen und andere motorische Defizite können auch durch Erkrankungen wie dem Schlaganfall ausgelöst werden. Viele Menschen müssen in der Reha erst wieder lernen bestimmte Bewegungen zu automatisieren. Viele Patienten von Schlaganfällen haben ihr ganzes Leben Probleme mit neurologischen Auffälligkeiten, die auch das motorische System betreffen.

Gangstörungen können auch durch Entzündungen im Rückenmark entstehen und zu zahlreichen motorischen Problemen führen. Rückenmarkentzündungen können zum Beispiel durch Virusinfektionen ausgelöst werden, zum Beispiel durch Malaria oder Typhus. Auch können Tumore im Hirn zu zahlreichen neurologischen Funktionsstörungen führen, ohne dass der Tumor auch bösartiger Natur sein muss. Alleine der Gewebedruck auf bestimmte Region im Gehirn kann zu neurologischen Problemen führen. Gangstörungen können auch aus orthopädischer Sicht auffällig sein, zum Beispiel bei Menschen, die sehr unterschiedlich lange Beine haben. Auch extreme Fehlstellungen im Hüftbereich können zu Problemen beim Gehen führen. Chronische Fußprobleme mit Gangstörungen können auch Krankheiten wie Diabetes auslösen. Eine Folgeerkrankung bei Diabetes mellitus ist der diabetische Fuß, bei dem die entzündlichen Geschwürbildungen bis zur Amputation reichen können. Gangstörungen können auch auf Schädigungen der Fußstrukturen zurückzuführen sein, zum Beispiel bei Frauen, die durch falsches Schuhwerk ihre Füße nachhaltig schädigen. Orthopädische Probleme mit den Füssen haben heute viele Menschen. Die leichteren Krankheitsformen bei Gangstörungen können heute oftmals sehr gut orthopädisch therapiert werden.

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