VoIP Development

Die Ursprünge des Voice over IP sind im Jahr 1973 zu suchen, als es erstmals gelang, mit einer Geschwindigkeit von knapp 3.500 Bits pro Sekunde digitalisierte Sprache im ARPANET zu übertragen. Diese Kommunikation war zwischen Computern der Baureihe PDP 11 mit Hilfe des Network Voice Protocol, kurz NVP genannt, möglich. Einen dieser historischen 16 Bit Rechner kann man im Technischen Museum der Stadt Wien bewundern. Er war der erste PC, der nicht mehr mit Eingabe- und Ausgabebefehlen arbeitete, weil er einen Unibus besaß, der diese Geräte alle mit steuern konnte. Das war eine der unverzichtbaren Voraussetzungen, um damit Voice over IP realisieren zu können. Das dabei verwendete Protokoll für den Datentransfer wurde vier Jahre später im RFC 741 standardisiert.

Auch 1980 war ein wichtiges Jahr beim VoIP Development. Die Einführung des Internet Protokolls vereinfachte den Datentransport innerhalb der Netzwerke. Auch gab es bereits Empfehlungen, wie die zu verwendenden Protokolle auf die bereits in der Entwicklung befindliche ISDN Technologie anzupassen wären. 1989 wurden die ersten ISDN Anschlüsse geschaltet. Nun konnte man bereits 64 Kilobits pro Sekunde transportieren, was eine gewaltige Verbesserung der Qualität bei VoIP bedeutete. Zeitgleich fiel der Startschuss für das World Wide Web, das heute als der Vorläufer des Internets gilt. 1995 erobert ein Programm für das Betriebssystem Windows den Markt, mit dem Voice over IP auf eine neue Stufe gehoben wurde, denn damit war die Telefonie über den Computer mit dem Halbduplexverfahren möglich. Das heißt, die Teilnehmer konnten ähnlich wie bei Walky Talkys abwechselnd sprechen. Bereits ein Jahr später macht das Real Time Transport Protokoll Schlagzeilen, weil es einerseits die Übertragung von Bild- und Tonsignalen ermöglichte und andererseits die Voraussetzungen für den Vollduplexbetrieb bei Voice over IP ermöglichte. Vollduplex bedeutet, dass die Teilnehmer gleichzeitig in alle Richtungen Daten empfangen und versenden können. Das wiederum ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die schon bald darauf möglichen Konferenzschaltungen über Voice over IP.

Das VoIP Development ging rasant weiter. Eine der Grundlagen war der 1998 geschaffene ITU- T Standard H.323. Bereits ein Jahr danach gelingt die Entwicklung eines Session Initiation Protokolls, das im RFC 2543 standardisiert worden ist. Damit wurde die technische Basis geschaffen, auch unterschiedliche Netze für Voice Over IP zu nutzen. Plötzlich war es möglich, auch mit Teilnehmern über den Computer zu kommunizieren, die einen ISDN Anschluss besaßen. 2004 sorgt die Peer- to- Peer Technologie für Furore. Sie ist die Grundlage der noch heute üblichen Messangerdienste und setzte sich sehr schnell weltweit durch. Inzwischen sind auch Softwarelösungen von anderen Anbietern auf dem Markt, die neben Voice over IP auch den parallelen Austausch anderer Daten ermöglichen.

Das stellte im Bereich der computergebundenen Kommunikation eine kleine Revolution dar, die sich größere Unternehmen schnell zunutze machten. Hinzu kam die Einführung der Flatrates für den Internetzugang, der die Nutzung dieser Kommunikationskanäle zusätzlich wirtschaftlich interessant machte und eine schnelle Ausweitung der Anwendungsgebiete zur Folge hatte. Damit schlug auch die Geburtsstunde der Callcenter, über die viele Unternehmen inzwischen ihre komplette Kundengewinnung und Kundenbetreuung kostengünstig abwickeln lassen.