ADSL2plus – Die Aufrüstvariante des ADSL

ADSL2plus = Asymmetric Digital Subscriber Line 2, sinngemäß deutsch: unsymmetrischer, digitaler Teilnehmeranschluss 2plus ist die neueste erweiterte Generation des ursprünglichen ADSL 2. Ebenso wie die Grundkonfiguration des Standard ADSL 2 Systems verfügt es über eine ausgereifte Stromsparfunktion, der auch als L2-Modus bezeichnet wird. So schaltet ADSL 2+ in der Zeit, in welcher keine Daten weitergeleitet oder verarbeitet werden müssen partiell ab. In der ADSL 2+ Technologie ist als Verbesserung zum ADSL 2 zu vermerken, dass die neuartige Technik der Seamless Rate Adaption vollständig verfügbar ist. Bis Anfang des Jahres 2008 war diese Funktion von den meisten Anbietern zwar noch nicht implementiert, wird aber nach und nach von allen Vertreibern übernommen und eingerichtet. Wird eine ADSL 2+ - Verbindung errichtet, findet ein Informationsaustausch zwischen Vermittlungsstelle und beteiligtem Modem statt. Daten bezüglich der Fähigkeiten des jeweils anderen Systems werden auf diese Weise noch schneller als beim vorherigen ADSL 2 ausgetauscht und verarbeitet. Vorteil dieser Funktion innerhalb der neuen ADSL 2+ - Systeme ist die Kompatibilität mit älteren ADSL-, oder ADSL 2 - Netzen. Einzige Schwierigkeit diesbezüglich ist die Nutzung älterer ADSL - Systeme an den modernen ADSL 2+ - Anschlüssen.

Zur dringend nötigen Verbesserung der Upload- oder auch Sendedatenrate, insbesondere für die Firmennutzung der ADSL 2 - Technologie, sind, wie beim Standard ADSL 2 die von der ITU eingeführten G.992.35 Annex M Varianten nutzbar, die die Sendekapazitäten auf bis zu 3,5 Mbit/s erhöhen. Wodurch trotz einer geringfügigen Verbesserung dieser Funktionen beim ADSL 2 + die Empfangsleitung etwas leidet. Mit so genannten Reach - Extendet - ADSL2 - Generationen, abgekürzt RE-ADSL2 oder auch G.992.3 Annex L, sind Übertragungstechnologien zur Nutzung mit besonders langen Anschlussleitungen geschaffen worden, bei denen mittels einer Abdeckung sehr niedriger Frequenzbereiche der Pegel der zu sendenden Daten enorm erhöht wurde. Durch diese Neuerungen stieg die durch die Vermittlungsstelle versorgbare Fläche um ca. 40%. Landesweite Nutzung der RE-ADSL 2 - Varianten für Langstreckenleitungen wurde erstmalig 2006 vorgenommen.

Vor nicht allzu langer Zeit kam in Japan eine weitere noch ungenormte Form des ADSL 2 + ins Spiel, die den Empfangsquerschnitt auf sage und schreibe 3,7 MHZ erweiterte und damit gigantische Datenraten von nahezu 50 Mbit/s möglich machte. Diese gewaltigen übertragbaren Datenmengen ließen ADSL 2+ schnell zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für VDSL werden, wobei ADSL - Versionen die Funktionalität auch über sehr große Entfernungen garantierten, so dass auch bei einem recht dünn gesäten Netz von Vermittlungsstellen zu jedem Modem eine Verbindung herstellbar ist. Generell ist durch die Kombination mehrerer Kupferleitungen und einen somit erreichten höheren unabhängigen Leitungsquerschnitt eine noch schnellere Leitung der ADSL 2+ - Generation umsetzbar, allerdings ist dies natürlich mit materiellem Umbau verbunden und innerhalb der neuen Systeme und deren beachtlichen Leistungen auch nur in Ausnahmefällen notwendig und wirtschaftlich sinnvoll. Letztendlich sind derartige Veränderungen in Absprache mit den zuständigen Telekommunikationsgesellschaften auch ein recht ernst zu nehmender finanzieller Faktor. Im Anblick der Tatsache, dass die japanische Technologie sich alsbald auch hier durchsetzen wird, oder in ähnlicher, eventuell sogar noch besserer Form von hiesigen Firmen nachempfunden wird, sollte von Hardwareveränderungen abgesehen werden. Die durch Neuerungen möglichen 50Mbit/s decken den Bedarf an freier Leitungskapazität für Telefonie, Surfen, Voice over IP und anderes in paralleler Nutzung durchaus vollständig ab.