Kindercomics

Noch vor wenigen Jahren, galt der Kindercomic als minderwertige Lektüre für Kinder jeden Alters. In vielen Familien wurde den Kindern sogar verboten Comics zu lesen. Ursächlich hierfür war die Meinung vieler Pädagogen, der Kindercomic würde das Kind und vor allem seine sprachliche Entwicklung gefärden. Als problematisch wurde auch angesehen das die meisten Kindercomics mit wenigen Worten auskommen. Man war der Meinung die beschränkte Wortwahl würde dazu führen dass die Kinder verlernen würden sich richtig auszudrücken. Und sich durch das dauerhafte Studium von Kindercomics einen beschränkten Comicwortschatz entwickeln würden. So wurden Kindercomics lange Jahre als Lehr- und Lernmittel einfach ausgeblendet. Dies änderte sich im Laufe der 70 er Jahre, als mit der Studentenbewegung eine intensive Auseinandersetzung mit Lern- und Lehrmethoden begann. Die Erziehung war bis in dieses Jahrzehnt weitestgehend autoritär geprägt. Dies hatte zur Folge das auch der Schulunterricht der Kinder, maßgeblich davon geprägt war, dass der Lehrer mit strenger Hand unterrichtete. Lernerfolge wurden vor allem dadurch erzielt, dass die Kinder gemaßregelt und zu außerordentlicher Disziplin gehalten wurden. Man lernte nicht mit oder aus Spaß sondern einzig um den Anforderungen des Lehrers und der Eltern gerecht zu werden. So waren Schulen auch nicht die freien und freundlichen Orte, die sie heute sind, sondern Orte von Angst und Schrecken.

Durch das Aufkommen einer neuen Sicht der Schüler und des Lernens wurden auch die Methoden des Unterrichts reformiert. So entdeckte man den Kindercomic als wichtiges Medium, um den Kindern Lerninhalte nahe zu bringen. Er kann beispielsweise im Fach Deutsch dazu dienen, die Kinder darin zu schulen eine Geschichte mit eigenen Worten wiederzugeben. Dann enthalten die Sprechblasen der Darsteller keinen Text, diesen müssen sich die Kinder selbst ausdenken und in den Kindercomic einfügen. Ein Kindercomic kann aber auch dazu dienen, Lerninhalte, die für Kinder schwierig aufzunehmen sind, so aufzuarbeiten das diese vom Kind verstanden werden. Ein gutes Beispiel hierfür sind geschichtliche Kindercomics, die beispielsweise im 3. Reich spielen. Ein weiterer Aspekt des Kindercomics ist seine Rolle als Erstmedium für Leseanfänger. Denn er ist eine wichtige Einstiegshilfe in die Welt des Lesens. So muss der Leseanfänger bei der Lektüre eines Kindercomics nicht wahnsinnig viel Text bewältigen. Dies entmutigt Kinder und schreckt sie oft davon ab überhaupt mit dem Lesen eines Buches zu beginnen. Beim Kindercomic ist der Text überschaubar, das Kind wird nicht gleich beim Aufschlagen des Heftes von einer Wörterflut überrollt. Viel von der Handlung des Kindercomics wird auch in der Darstellung der einzelnen Bilder wiedergegeben. Das heißt das auch Kinder die Handlung überschauen und verstehen können, die noch nicht oder nicht perfekt lesen können.

Zudem dient der Kindercomic der künstlerischen Erziehung von Kindern. Indem man ihnen möglichst vielfältige Kindercomics anbietet, lernen sie viele verschiedene Stilrichtungen und Stilmittel kennen. So etwa bei einem Schwarz/ Weiß Comic der nur diese Farben als Stilmittel benutzt. Oder dem krassen Gegensatz dem Pop Art-Comic, der in einem wahren Farbenrausch inszeniert ist. Durch diese künstlerischen Eindrücke werden Kinder angeregt, selbst tätig zu werden und vielleicht ihren eigenen Kindercomic zu zeichnen. So werden gleichzeitig Kreativität, Ausdauer, die Motorik und die Sprachentwicklung geschult. Da das Medium Kindercomic sehr anregend auf Kinder wirkt, weil es einfach Spaß macht, der Comic allein wirkt so motivierend auf das Kind, das Eltern und Lehrer es kaum animieren, müssen sich mit dem Kindercomic auseinanderzusetzen.