Barkredit

Der Begriff Barkredit wird fälschlicherweise häufig für die reguläre Vergabe eines Ratenkredits verwendet. Bei einem Barkredit handelt es sich jedoch um die Einräumung eines Überziehungsrahmens auf einem Girokonto. Gerade wenn es um kurzfristige Finanzierungen (z.B. Weihnachtseinkäufe, Urlaubsreise) geht, kommt der Barkredit häufig zum Einsatz. Die Bank entscheidet in der Regel direkt bei Antragstellung über die Gewährung des Barkredits und im positiven Fall kann der Kunde das Geld sofort mitnehmen. Viele Verbraucher nutzen dieses Angebot auch zur Regulierung anderer Schulden, da der Barkredit auf Raten zurück gezahlt werden kann. Als Basis für einen Barkredit wird das Girokonto des Verbrauchers verwendet. Es wird ein Limit eingeräumt, bis zu diesem der Kunde das Konto überziehen kann. Voraussetzung für die Gewährung eines Barkredits sind Volljährigkeit und ein regelmäßiges Einkommen.

Die Höhe des Barkredits richtet sich nach der Höhe des Einkommens. In der Regel wird die doppelte oder dreifache Höhe des Einkommens als maximaler Überziehungsrahmen gewährt. Geht neues Geld auf dem Girokonto ein, wird zunächst der Barkredit ausgeglichen. Da bei Vertragsabschluss eine Laufzeit festgesetzt wird, kann der Kunde den Barkredit vor Ende der Laufzeit auch mehrfach nutzen, wenn er zwischenzeitlich ausgeglichen wurde. Nach dem Ende der Laufzeit wird der Barkredit auf Raten oder in einer Summe zurückgezahlt. Eine Vereinbarung über die Rückzahlungsmodalitäten wird ebenfalls im Vertrag festgehalten.

Ein Barkredit wird besonders dann empfohlen, wenn nur eine geringe Laufzeit nötig ist. Hinzu kommt der Vorteil für den Kunden, dass er umgehend über das Geld verfügen kann. Bei einem regulären Ratenkredit benötigt die Bank in der Regel einen Bearbeitungszeitraum von einer Woche. Das Geld wird bei einem Ratenkredit per Überweisung oder postbar ausgezahlt. Bei einem Barkredit kann der Verbraucher das Geld am Bankautomaten oder am Bankschalter sofort abheben. Liegt somit eine dringende Rechnung vor, ist der Barkredit meist die geeignetste Wahl der Finanzierung.

Anders als der reguläre Dispokredit läuft der Barkredit nur für einen festgesetzten Zeitraum. In einigen Fällen wird die Kreditlinie nicht auf dem eigentlichen Girokonto, sondern auf einem Extrakonto eingerichtet. So sind auf dem normalen Girokonto keine negativen Belastungen zu verzeichnen. Der Barkredit wird in der Regel bei der kontoführenden Bank beantragt. Gewährt wird dieser jedoch nur, wenn seit mindestens sieben Monaten ein ausreichendes Einkommen vorhanden ist. Bei Empfängern von staatlichen Leistungen wird der Barkredit in der Regel abgelehnt, da Sozialleistungen nicht als Einkommen angesehen werden. Verliert der Kreditnehmer während des laufenden Barkredits seinen Beruf und bezieht Arbeitslosengeld, wird der Kredit meist von der Bank gekündigt. Die Rückzahlung erfolgt dann entweder in einer Summe oder ebenfalls in monatlichen Teilbeträgen. Die Bank kann jedoch keine sofortige Rückzahlung erzwingen, auch wenn das Einkommen nicht mehr vorhanden ist.