Levkojen

Das Weißveilchen (griechisch: leukoion) gab der Levkoje ihren Namen, den sie zu Ehren des Arztes und Botanikers Andrea Mattiolo im Jahr 1812 erhielt. Mehr als fünfzig Arten umfasst diese Gattung. Levkojen sind so genannte Halbsträucher und gehören zu den krautigen Gewächsen (Kreuzblütler). An den Küsten des nördlichen Mittelmeers ist die Levkoje ursprünglich heimisch und heute in vielen Teilen Asiens, Europas, Südafrikas und Australiens verbreitet. Die uns bekannten Formen haben sich jedoch in der langen Kultur stark verändert und sind kaum noch mit den wilden Formen der mediterranen Heimat vergleichbar.

Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Levkoje zum Schmücken von Gärten und Salons gern eingesetzt. Sie ist eine typische Blume für Bauerngärten. Auch als Heilpflanze wurde die Levjkoje um 1600 verwendet. So dienten ihre Blüten als Mittel zur Linderung von Geburtswehen. Lähmungen und Hämorrhoiden ließen sich mithilfe der Levkojenblüte heilen. In mittelalterlichen Klostergärten galt die Levkoje als Attribut der Muttergottes.

Die Sommer-Levkoje ist einjährig, während die Winter-Levkoje mehrjährig ist. Zwischen Juli und September blühen die Sommer-Levkojen, die circa fünfunddreißig Zentimeter hoch werden. Markant ist der üppige Duft der Levkojen, deren Blüten weiß, gelb, rosa und hellviolett, aber auch kräftig rot oder gar mehrfarbig sind. Der Duft entfaltet sich ganz besonders nachts. Die Levkoje hat vier Kelchblätter, vier Blütenblätter und sechs Staubblätter; diese tragen die Pollen. Die Frucht in dem einzigen Stempel ist eine lange zweiklappige Kapsel.

Levkojen mögen keinen Vollschatten. Um eine Blüte der Einjährigen bereits im Juni herbeizuführen, lassen sich die Levkojen ab Februar am warmen Fenster vorziehen und pikieren, bevor sie im Mai in den Garten gepflanzt wird. Andere Sorten sollte man am besten ab Mai oder Juni vor Ort aussäen, damit im darauffolgenden Jahr die Blüte erfolgt. Die Pflanze bevorzugt sonnige Standorte im eher mageren Boden und möchte nur mäßig gegossen werden. Die Levkoje dient als Nektarpflanze für Schmetterlinge, Bienen und Hummeln. Als Duftpflanze kann sie für Potpourri, Duftsträuße, Duftrasen, Dufthecke oder Duftgarten verwendet werden.

Nahezu prominent wurde die Levkoje durch Christine Brückners Roman “Jauche und Levkojen”, der Geschichte von Maximiliane von Quindt aus Hinterpommern, beginnend im Jahr 1918 und endend schließlich mit der Flucht vor der Roten Armee. Im Ikebana, der japanischen Blumensteckkunst, steht die Levkoje für ewige Schönheit und Reinheit. Den Begriff “Würde” für die Levkoje allgemein bzw. den Ausspruch “Du bist eine Göttin” für die hellrote Levkoje sprach Charlotte de Latour 1819 in ihrem Werk “Sprache der Blumen” diesen Pflanzen zu.