Kalanderpresse

Das Wort “Kalander” steht für Rolle. Eine Kalanderpresse besteht, wie der Name sagt, aus mehreren polierten Walzen, durch deren Spalten eine Schmelze hindurchgeführt wird. Man unterscheidet hierbei Schmelzkalanderwalzen, die zur Herstellung von Folien benötigt werden, und Beschichtungskalandere, die zum Beschichten von Gewebesorten verwendet werden. Kalanderpressen werden außerdem nach ihrer Bauform entschieden. In der Seitenansicht erschließen sich diese. So gibt es L, F, I und Z-Formen der Kalanderpresse.

Die Kalanderpresstechnik dient je nach Einsatzgebiet verschiedenen Zwecken. So kommen zugeführte Kunststoffe meist in Form von dicken Folien im Bereich der Pharmaindustrie zum Einsatz. Dort werden sie meist als Sichtverpackung eingesetzt. Dünnere Folien ergeben beispielsweise Mülltüten. Neben der Verwendung im Bereich der Kunststoffe, werden Kalanderpressen auch zum Prägen, Glätten, Satinieren und Verdichten von Papier und Textilien benötigt. Beispiele sind hier etwa Vliesstoffe oder Transport-Fördergurte. Diese werden jedoch aus Elastomer-Mischungsplatten hergestellt. In der Papier- und Druckindustrie werden durch die Kalanderpresse die Öberflächeneigenschaften wie Glanz und Glätte verbessert. Durch Veränderung von Temperatur, Druck und Walzengeschwindigkeit lassen sich so recht verschiedene Effekte erzielen. Kalander finden dabei an zweierlei Stellen im Betriebsablauf Verwendung. Entweder sind sie der Papiermaschine vor- oder nachgeschaltet, oder befinden sich innerhalb dieses zwischen Trockenpartie und Aufrollung. In diesem Bereich nennt sich das Verfahren Kalandrieren oder Satinieren. Ingenieure sehen sich beim Aufbau der Kalanderpresse oftmals Schwierigkeiten gegenüber, da die einzelnen Walzen äußerst empfindlich sind und auf Grund der Erhitzung oftmals schnell beschädigt werden. Hinzu kommt das Problem hoher Schwingungen, die oftmals im Bereich der schnellaufenden Papierproduktion vorkommen. Hierbei helfen so genannte Anti-Vibration Compunds, die das Schwingverhalten eingrenzen und so ein Reißen des Papieres verhindern.

Kalanderpressen sind besonders für den Papierbereich von hoher Verwendung, da sie Ermöglichen einen seidigen Glanz auf dem Papier zu erzeugen. Besonders bei den handelsüblichen, weißen Blättern ist dieser gern gesehen. Auch dient das Kalandrieren dazu, Wasserzeichen in das Papier hineinzubekommen. Haupteffekt ist aber in jedem Fall die Veredelung des Papiers. Die Papierherstellung geht zurück bis in das erste Jahrhundert nach Christus, indem nachweislich erstmalsm im chinesischen Raum die Herstellung des beschreibbaren Stoffs geschildert wurde. Zuvor war lediglich das Schreiben auf Papyrus bekannt, das aus getrocknetem Hanf hergestellt wurde. Diese Entwicklung geht auf die ersten Hochkultur zurück, die Ägypter. In noch früherer Zeit waren andere Stoffe meist Ziel von Beschriftungen. So verwendeten die Assyrer für ihre Schriften feuchte Lehmtafeln. Noch heute findet man solche Tafeln bei Ausgrabungen im Iran und Irak. Die Tafeln waren in der Regel nicht zum Überdauern der Zeit gedacht, wurden sie jedoch durch Zufall gebrannt und anschließend nicht zerstört konnten sie mitunter Jahrhunderte überdauern. Gerade für Historiker sind Funde dieser Art ein Glücksgriff. In der heutigen Zeit kommt allerdings nur noch Papier in Frage für Beschriftngen. Auch im digitalen Zeitalter wird nach wie vor viel gedruckt und beschrieben, von daher geht der Papierbedarf keineswegs zurück, sondern eher weiter nach oben.