Zitronengras

Zitronengras heißt auch Sereh oder Citronella. Es handelt sich um Pflanzen, welche zur Familie der Süßgräser (Poaceae) gehören, und die einkeimblättrig sind. Sie haben lange Blätter, die schilfartig wirken und stabile Halme. Das sehr robuste Zitronengras kann zu einem hellgrünen Busch von bis zu zwei Metern Höhe heranwachsen. Es besitzt feine Wurzeln und scharfkantige Blätter. Im Topf vorkultiviert, kann es auch in Mitteleuropa im Garten gehalten werden, wo es allerdings schwächeres Aroma ausbildet.

Sämtliche Arten des in Süd- und Südostasien, sowie in Australien beheimateten Zitronengrases enthalten deutliche Mengen an Terpen. Das sind organische Bestandteile, aus denen zur Hauptsache wiederum ätherische Öle bestehen. In dem ätherischen Öl der Pflanzen ist in erster Linie eine Citral genannte Kohlenwasserstoffverbindung enthalten. Hierher rührt das Aroma des frischen Stängels.

Eine bekannte der unter dem Sammelbegriff Zitronengras firmierenden Arten wird fachsprachlich als Cymbopogon nardus bezeichnet. Diese nur auf Java, Ceylon und der Halbinsel Malakka kultivierte Pflanze liefert das aus den Blättern extrahierte Zitronellöl, welches in der Parfümproduktion Verwendung findet. Das ätherische Öl riecht ähnlich wie Melisse. Eine andere bekannte Art namens Cymbopogon confertiflorus kommt ebenso auf Ceylon vor und ist ansonsten lediglich in Vorderindien verbreitet.

In der Fachsprache der Medizin wird das auch als Heilpflanze kultivierte Zitronengras auch Herba Andropogonis genannt. Es kann als Antimückenmittel angewendet werden. In Teilen von Tansania wird gerauchtes Extrakt aus der Blüte der Zitronengrasvarietät Cymbopogon densiflorus als Ersatz für Cannabisblüten verwendet. Mit heißem, nicht kochendem Wasser zubereiteter Zitronengrastee, der fünfzehn bis zwanzig Minuten gezogen hat, werden Bauch- und Kopfschmerzen, sowie ebenfalls Fieber und Erbrechen behandelt. Die Inhaltsstoffe wirken antibakteriell, sowie schmerzstillend und stärken das Immunsystem. Zitronengrasöl wird auch zur Inhalation verwendet und kann mittels einer Duftlampe helfen, die Raumluft zu aromatisieren. In hiesigen Gefilden ist getrockneter Kräutertee mit Zitronengras weit verbreitet, etwa in einer Mischung mit Hanf- und Brombeerblättern. Aber auch aus frischem Zitronengras kann Tee gemacht werden, wie etwa in Thailand üblich, wo nur die Blattbasis und der Stiel dazu genommen werden.

Zum Kochen wird vor allem die nicht wild wachsende Art Cymbopogon citratus benutzt. Sie wird auf deutsch auch als Westindisches Zitronengras bezeichnet. In der heutigen Zeit wird es vielerorts in Südamerika und Asien aus pharmakologischen Gründen, sowie als Speisezutat gezogen. Blüten werden beim Anbau nur äußerst selten produziert. Besonders in der Küche Ostasiens wird Zitronengras vielfach als Gewürz angewendet. Normalerweise wird Zitronengras dabei in frischem Zustand angewendet, bei uns ist aber zumeist eher das aromatisch schwächere Getrocknete erhältlich, das zerstückelt oder gemahlen angeboten wird. Es ähnelt optisch blassem Frühlingslauch. Der Geschmack erinnert an Zitrone mit leichtem Rosenaroma. Besonders indonesischem und vietnamesischem Essen ist diese besondere Würze zu eigen. Sie findet sich in zahlreichen Suppen, Fleisch- und Fischgerichten.