Deutschland

Arbeitskämpfe sind in Deutschland schon seit dem 14. Jahrhundert schriftlich belegt. Die erste zentrale Gewerkschaftsorganisation in Deutschland wurde Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts in Leipzig gegründet - der Allgemeine Deutsche Cigarrenarbeiter-Verein. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Gewerkschaften sehr an den Volksparteien orientiert und vermehrt untergliederten sich die Arbeitnehmerorganisationen in verschiedene Branchen. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft waren die Gewerkschaften verboten und viele Gewerkschaftsmitglieder mussten ein schlimmes Schicksal erleiden. Nach dem

  1. Weltkrieg wurden die Gewerkschaften immer wichtiger und es einstanden große Dachorganisation, die bis heute viel Einfluss auf die gesellschaftspolitische und arbeitsrechtliche Themen haben. Viele der modernen Errungenschaften im Arbeitsleben verdanken wir den Gewerkschaften. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Soziale Marktwirtschaft in manchen Bereiche faktisch durch die Rahmenbedingungen der globalen Marktwirtschaft untergraben wird, sind die Gewerkschaften in allen europäischen Mitgliedsländern wichtiger den je. Viele Politiker haben in den letzten Jahren verstanden, dass mit den Gewerkschaften viel geht, ohne sie nur wenig an Wahlstimmen zu gewinnen ist. Die Gewerkschaften müssen sich heute vielen Herausforderungen stellen und organisieren sich immer mehr in Europa.

In Deutschland gibt es traditionell für alle Bereiche der Industrie, des Handwerks und der Dienstleistungen, spezielle Berufs- und Branchengewerkschaftsorganisationen. Zu den zwei größten Gewerkschaftsverbänden gehören die IG Metall und Ver.di. Die größte Dachorganisation der Gewerkschaftsverbände ist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der einen überragenden Teil der Gewerkschaftsmitglieder in Deutschland repräsentiert. Der DBB-Beamtenbund und Tarifunion in Berlin, der früher Beamtenbund hieß, ist nach dem DGB der zweitgrößte Dachverband in Deutschland, der rund 40 Fachgewerkschaften in seiner Organisation hat. Die größte Gewerkschaft in Deutschland ist die IG Metall, die ihren Verwaltungssitz in Frankfurt am Main hat. Weit über zwei Millionen Mitglieder sind in der Einzelgewerkschaft organisiert, die auch weltweit die größte Arbeitnehmerinteressenvertretung ist. Wie alle großen Gewerkschaften in Deutschland kämpfen die Organisationen um die Mitglieder.

Zu den bekanntesten Mitgliedern gehören Personen wie: Peter Hartz, Peer Steinbrück, Walter Riester oder Norbert Blüm. Traditionell werden die Gewerkschaften in Deutschland den sozialdemokratischen Parteien zugeordnet. Die zweitgrößte Gewerkschaft ist die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di), die auch über zwei Millionen Mitglieder hat. Der Verwaltungssitz von Ver.di ist Berlin. Der Dachverband ist in 23 Fachbereiche untergliedert, unter anderem gehören dazu die Fachbereiche: Handel, Verkehr, Finanzdienstleistungen, Bildung, Wissenschaft und Forschung oder Postdienste, Speditionen und Logistik. Der Dachverband ist nach Orten, Bezirken, Ländern und dem Bund strukturiert.