Orthodoxe Kirche

Orthodoxe Kirchen sind vor allem im osteuropäischen Raum sehr prägend. Die Religionsgeschichte der Kirchen hat ihren Ursprung im byzantinischen Reich. Oft spricht man auch von Ostkirchen, um einen regionalen Bezug herzustellen. Hierzu muss man auch den östlichen Mittelmeerraum hinzuziehen. Die Ostkirchen kann man vereinfacht unterscheiden in orthodoxe Kirchenfamilien mit byzantinischem Ritus, in altorientalische Kirchen oder Kirchengemeinschaften der Römisch-Katholischen Kirche. Die Russisch-Orthodoxe Kirche umfasst orthodoxe Kirchen in der ehemaligen Sowjetunion und anderen Oststaaten. Entstanden ist die Russisch-Orthodoxe Kirche Ende des ersten Jahrtausends unter Wladimir der Große. Zentrum der Russisch-Orthodoxen Kirche war Kiew, das als das Jerusalem des Nordens galt. Kiew wird als die Mutter aller russischen Städte bezeichnet, von wo die Christianisierung Russlands ausging. Sitz des Patriarchen der Russisch-Orthodoxen Kirche ist das Danilow-Kloster in Moskau. Ende des 17. Jahrhunderts kam es zu einer gravierenden Abspaltung der Kirche, was dazu führte, das es religiöse Strömungen und Gruppen gab, die sich als Altorthodoxe von der Russisch-Orthodoxen Großkirche abspalteten. Die Gruppen wanden sich damals gegen die Reform des Patriarchen Nikon. Es gibt heute zwei getrennte Hierarchien, die Russisch-Orthodoxe Altritualistische Kirche und die Russisch-Altorthodoxe Kirche. Die Russisch-Altorthodoxe Kirche wird geführt vom Patriarchen von Moskau und Russland. Es gibt darüber hinaus Bischöfe für die Ukraine, Weißrussland, Sibirien, Wolga oder Westeuropa. Durch die Unterdrückungen in den Zeiten der Sowjetunion und Kommunismus, vor allem unter Stalin und Lenin, entstand eine autonome orthodoxe Kirche: die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland. Sie untersteht dem Moskauer Patriarchat. Im Jahr 2007 kam es zur Vereinigung mit der Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats.

Die Russisch-Orthodoxe Kirche erlebt seit dem Niedergang der ehemaligen UDSSR wieder eine starke Belebung. Seit dem Jahr 2006 ist auch der Religionsunterricht in Russland wieder eingeführt. Rund hundert Millionen Mitglieder hat heute die Russisch-Orthodoxe Kirche. Die orthodoxen Kirchen in Weißrussland, der Ukraine, Moldawien oder auch Japan sind Teilkirchen innerhalb der Russisch-Orthodoxen Kirchengemeinschaft. Die orthodoxen Kirchen reichen von Sibirien über Länder wie Rumänien, Bulgarien, Serbien oder Montenegro bis nach Griechenland. Die katholischen Ostkirchen stehen mit der Römisch-Katholischen Kirche und dem Papst in Verbindung. Was sie von den lateinischen Westkirchen unterscheidet ist das vorherrschende Gesetzbuch der katholischen Kirche. Die katholischen Ostkirchen richten sich nach dem Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium. Hier werden kirchenrechtliche Belange zwischen dem Vatikan und den Ostkirchen geregelt. Unter altorientalischen Kirchen versteht man jene Ostkirchen, die sich von der römischen Reichkirche trennten.