Pilgern und Wallfahrt

Wallfahrten sind religiös motivierte Reisen zu Orten, die in den Religionen von zentraler Bedeutung sind. Christen reisen seit den Anfängen des Mittelalters zu den heiligen Städten. Die Motivation zu einer Pilgereise kann sehr unterschiedlich sein, zum Beispiel können Gläubige Sünden abtragen oder zu einem besonderen Anlass beten und Heilung erfahren. Grundsätzlich kann man von einer Wallfahrt reden, wenn Gläubige aus religiösen Gründen eine Reise antreten. Teil der Wallfahrten können Prozessionen sein. Für viele Gläubige gehört eine Pilgerreise zum Höhepunkt ihres religiösen Lebens. Zu den religiösen Pflichten gehört im Islam die Pilgerreise nach Mekka. Zu den am meisten besuchten Wallfahrtsorten in Welt, der römisch-katholischen Pilger, gehört Lourdes. Der Marienwallfahrtsort Lourdes liegt im Südwesten Frankreichs nahe Spanien. Lourdes ist vor allem auch Wallfahrtsort der kranken Menschen, die hier göttliche Heilung erfahren wollen. Das Wasser der Lourdes-Quelle soll heilende Wirkung haben. Im Jahr 1858 hatte die französische Ordensschwester Bernadette Soubirous als Mädchen mehrere Marienerscheinungen in Lourdes. In der Römisch-Katholischen Kirche ist der 12. Februar im Heiligenkalender für die erste Marienerscheinung Bernadettes festgeschrieben. Wallfahrten nach Lourdes organisiert zum Beispiel der Deutsche Lourdes Verein in Köln. Insgesamt gibt es Zehntausende von Pilgerstädten für Christen. Jedes Jahr kommen alleine rund fünf Millionen Menschen nach Lourdes. Die größte Wallfahrtsstädte der Welt ist Villa de Guadalupe in Mexiko. Die Basilika der Jungfrau von Guadalupe ist eines der berühmtesten Marienheiligtümer der Welt. Rund zwanzig Millionen Gläubige kommen jährlich in den mexikanischen Wallfahrtsort. Die Tilma von Guadalupe in der Basilika zeigt das Abbild der Mutter Gottes und ist eines der heiligsten Reliquien der Römisch-Katholischen Kirche. Fast alle späteren Madonnenbilder sind von dem Bild der Tilma von Guadalupe beeinflusst. Jeder Pilger kann das 500 Jahre alte Bild in der Basilika bewundern. In Deutschland gibt es viele Wallfahrtsorte. Der größte Wallfahrtsort Deutschland ist Altötting. Die Kreisstadt, rund 90 Kilometer östlich von München gelegen, wurde u.a. als bedeutendster Wallfahrtsort Deutschlands von Papst Benedikt XVI. besucht.

Zentraler Wallfahrtsort der Moslems ist Mekka. Die Wallfahrt nach Mekka gehört zu den fünf religiösen Pflichten des Molisme. Der Hauptteil der Wallfahrt ist das siebenmalige Umrunden der Kaaba. Die Kaaba ist das zentrale Heiligtum des Islams und befindet sich im Innenhof der großen Moschee in Mekka. Die Kaaba gilt als erstes Gotteshaus im Islam. Die Wallfahrt nach Mekka wird nach bestimmten religiösen Geboten durchgeführt. Jedes Jahr kommen rund 2,5 Millionen Moslems in die Geburtsstadt des Propheten Mohammed. Die Pilgerfahrt der Moslems nach Mekka wird Haddsch genannt. Wallfahrtsorte im schiitischen Islam sind unter anderem Ghom oder Meschhed. Maschhad (Meschhed), die zweitgrößte Stadt im Norden des Irans, ist die größte Pilgerstätte der Schiiten. Rund 20 Millionen Moslime kommen jährlich nach Maschhad. In der iranischen Stadt starb der achte Iman Reza, der nach dem Glauben der Imamiten ein direkter Nachfahre Mohammeds war. Pilgerziel ist die Grabmoschee von Iman Reza.