Völkerverständigung

Bei der Völkerverständigung gibt es ein großes internationales Netzwerk an Institutionen und Organisationen. Die größte Friedensorganisation sind die Vereinten Nationen in New York. Die Charta der UN ist vor allem auf Völkerverständigung und Friedenssicherung fokussiert. Der UN gehören heute 192 Staaten an, die sich der Charta verpflichtet haben. Die UN hat viel für den Weltfrieden heutiger Prägung unternommen und ist die anerkannteste Friedensorganisation. Durch die Vereinten Nationen ist ein kollektives Sicherheitssystem entstanden, das auf Friedenssicherung ausgelegt ist. Auf deutscher Behördenebene spielen bei der Völkerverständigung das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine tragende Rolle. Das letztere Ministerium setzt sich in der Entwicklungspolitik gegen Armut, gewaltsame Konflikte und ökologische Katastrophen ein. Es gibt seit dem Jahr 2000 die sogenannten Millenniumsentwicklungsziele, die auf dem UN-Millenniumsgipfel von 189 Staats- und Regierungschefs verpflichtend anerkannt wurden. Zu den Zielen gehören u.a.: die Beseitigung der Armut und des Hungers, die Verwirklichung von allgemeinen Schulbildungen, die Förderung der Gleichheit zwischen den Geschlechtern, die Senkung der Kindersterblichkeit, die Verbesserung der Gesundheitssituation für Mütter oder auch die Bekämpfung von schweren Infektionskrankheiten wie AIDS. Auch die ökologische Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Punkt der Vereinbarung. Die Zahl der Menschen, die in absoluter Armut leben, soll bis in das Jahr 2015 halbiert werden. Die beschriebenen Entwicklungsziele werden 2015 auf den Prüfstand kommen.

In Europa und Deutschland gibt es viele internationale und nationale Organisationen, die sich der Völkerverständigung verschrieben haben. Die Grundlagenverträge der Europäischen Union sind übergeordnete Richtlinien zur Völkerverständigung zwischen den EU-Mitgliedsländern. Der Vertrag über die Europäische Union von Maastricht wurde durch die Verträge von Amsterdam und Nizza erweitert. Mit dem Vertrag von Maastricht wurde die Unionsbürgerschaft eingeführt. Hiermit sind alle Menschen innerhalb der EU gemeinsame Bürger mit gemeinsamen Rechten und Pflichten. Über das Protokoll für Sozialpolitik wurde vor allem auch der soziale Dialog zwischen den Ländern ratifiziert. Die EU ist heute der größte moderne und demokratische Staatenverbund, der die Völkerverständigung zukunftsfähig angeht. In Deutschland gibt es zahlreiche Organisationen, vor allem Stiftungen und Kulturvereine, die sich für die Völkerverständigung einsetzen: allen voran die größte deutsche Stiftung, die Robert-Koch-Stiftung, die sich dem Thema Völkerverständigung sehr umfassend annimmt. Die Stiftung arbeitet heute in 17 europäischen Ländern und setzte in der Anfangszeit vor allem auf die Verständigung mit Frankreich. Gerade Deutschland und Frankreich haben seit Jahrzehnten sehr enge völkerrechtliche Verbindungen.

Die Robert-Koch-Stiftung engagiert sich auch bei deutsch-russischen Beziehungen oder den deutsch-chinesischen Beziehungen und vergibt Stipendien für Nachwuchskräfte aus der Politik und Wirtschaft oder für Kulturschaffende. In allen Bundesländern gibt es wichtige Organisationen für die Themen Völkerverständigung und Friedenssicherung. Zu diesen gehört zum Beispiel: das Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart, das Goethe-Institut in München, das Deutsch-Russische Forum in Berlin, die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin, die Europäische Akademie Wartin in Brandenburg, das Deutsche-Polen-Institut in Darmstadt oder die Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung in Dresden. In Österreich gibt es zum Beispiel das Institut für die Wissensschaften vom Menschen in Wien. Organisationen zur Verständigung in Westeuropa und Amerika sind zum Beispiel: das Deutsch-Amerikanische Institut in Tübingen, die Deutsch-Französische Gesellschaft in Baden-Baden, die Gesellschaft für Außenpolitik in München, die Deutsche Gesellschaft für auswärtige Politik in Berlin, das Japanisch-Deutsche Zentrum in Berlin, das Deutsche Orientinstitut in Hamburg oder die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen Berlin. In der Türkei gibt es zum Beispiel das Goethe-Institut in Istanbul, das auf die türkisch-deutschen Beziehungen ausgerichtet ist.

In allen Großstädten Deutschlands gibt es zahlreiche Kulturvereine, die in der Integration eine zentrale Rolle spielen. Gerade in den deutschen Metropolen wie Berlin, Hamburg, Köln oder München spielen die weltanschaulichen und religiösen Kulturvereine eine zentrale Rolle für das Völkerverständnis und das Zusammenleben. In Berlin gibt es zum Beispiel den Jüdischen Kulturverein, der viel für die religiöse Verständigung tut. In Berlin und Köln gibt es türkisch-deutschen Kulturvereine, die sich für die Völkerverständigung einsetzen. Für die chinesischen und deutschen Kulturbeziehungen setzt sich zum Beispiel die Adam-Schall-Gesellschaft in Aachen-Laurensberg ein. Sehr lange Kulturbeziehungen haben vor allem auch Deutschland und Russland. Deutschland ist das zweitgrößte Land für russischsprechende Menschen. Für den weltweiten Kunstaustausch, und den Dialog zwischen den Zivilgesellschaften, setzt sich vor allem das Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart ein. Hier gibt es zum Beispiel Förderprogramme für Projekte von Nichtregierungsorganisationen oder auch Praktika für junge Journalisten, die den islamischen Kulturkreis näher kennenlernen wollen.