Seniorenbetreuung

Die Betreuung von älteren Menschen ist ein gesellschaftliches Schlüsselthema. Durch den Verlust der familiären Strukturen müssen Senioren heute auch alternative Betreuungsformen wahrnehmen. Neben den Altersheimen sind viele ältere Menschen in Anlagen für betreutes Wohnen untergebracht. Zu den Grundforderungen der Senioren gehören ein selbstbestimmtes Leben im Alter und die aktive Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben. Selbstständiges Leben ist auch ein Thema in stationären Alterseinrichtungen. Vollstationäre Alteneinrichtungen sind wichtiger Bestandteil der Regelversorgung. Vor allem an der Qualität der Altenheime wird seit Jahren gearbeitet. Die Lebensqualität hängt in den Alteneinrichtungen stark von den wohnlichen Aspekten und der fachgerechten Pflege ab. Natürlich müssen auch die sozialen Interaktionen für Lebensqualität im Alter sorgen. Durch die steigende Lebenserwartung kommen immer mehr Menschen in Pflegeeinrichtungen. Man möchte in der Seniorenpolitik so lange wie möglich den älteren Menschen selbstbestimmte Grundlagen geben. Es gibt in der deutschen Seniorenpolitik eine Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen. Über die Seiten des zuständigen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kann man sich über die Charta ausführlich informieren. Ein zentrales Thema in der Seniorenpolitik ist die Qualitätssteigerung in den Pflegebereichen. Es gibt zahlreiche Projekte in der Altenpflegeausbildung, die politisch initiiert sind und den zukünftigen Pflegestandart erhöhen sollen. Man kann die Alteneinrichtungen generell in fachliche Orientierungen einstufen, zum Beispiel als pflegeorientierte oder wohnorientierte Einrichtungen.

In Deutschland gab es im Jahr 2006 rund 11.000 Einrichtungen für ältere Menschen. Rund 30 Prozent der Alteneinrichtungen sind wohnorientiert. Pflegebedürftige Menschen sind zu über 30 Prozent in den deutschen Pflegeeinrichtungen. In den vollstadionären Einrichtungen haben die pflegebedürftigen Menschen den mit Abstand größten Anteil. Nur ein kleiner Teil hat keinen Bedarf an Pflege. Das deutsche Heimgesetz enthält die Regelungen zum Schutz der Heimbewohner in Altenheimen. Die größten Träger von Alten- und Seniorenheimen sind freigemeinnützige Organisationen. Es folgen dann die staatlichen Träger und die privaten Unternehmen. Die karitativen Organisationen bekommen vom Staat Zuschüsse zur Altenhilfe. Neben den Altersheimen gibt ambulante Betreuungen in den eigenen Wohnräumen. Auch hier sind die freigemeinnützigen Organisationen sehr präsent. Viele private Anbieter sind in den ambulanten Betreuungsmarkt gekommen. Viele Senioren entscheiden sich auch für Wohneinrichtungen, wo sie fachgerecht betreut werden. Das betreute Wohnen ist heute eine Alternative zu den Altersheimen. Hier bekommen die Senioren viele Hilfen im Alltag. Das selbstbestimmte Leben spielt eine Schlüsselrolle in der Motivation. Betreutes Wohnen nimmt seit Jahren zu. Je nach Bedarf der Menschen können ambulante Hilfsangebote vereinbart werden.

Die Dienstleitungen der Anbieter für betreutes Wohnen können über eine spezielle DIN-Norm “Betreutes Wohnen für ältere Menschen” zertifiziert werden. Grundsätzlich soll die Überführung von älteren Menschen in Pflegeheimen nur bei schweren Pflegefällen stattfinden. Seniorengenossenschaften setzen sich zum Beispiel für das Wohnen in den eigenen vier Wänden für ihre Mitglieder ein. Zu den Dienstleistungen der Seniorengenossenschaften gehören zum Beispiel das betreute Wohnen oder die häusliche Hilfe. Essen auf Rädern und andere häusliche Hilfemaßnahmen werden heute von vielen sozialen Organisationen angeboten. Eine Betreuungsform im Seniorenbereich ist die Tagespflege. In Alterstagesstätten werden Menschen tagsüber betreut und übernachten Zuhause. Vor allem für Demenzkranke ist en solches Angebot oft sinnvoll. Auf lokaler Ebene gibt es heute viele Seniorenorganisationen, die sich für das gemeinsame Wohnen einsetzen. Durch die gemeinsamen Wohnungsräume findet viel Kommunikation zwischen den Bewohnern statt. Teilweise kann man auch im betreuten Wohnen bis zum Lebensende in den Wohnungen bleiben. Hier werden dann spezielle Pflegeangebote gemacht. Man findet heute viele Informationsangebote für Angehörige und Betroffene im Internet. Das Kompetenznetzwerk “Neues Wohnen im Alter”, gefördert vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, bietet zum Beispiel Informationen zu modernen Wohnformen im Alter.