Tierrechte

Der Tierschutz und die Tierrechte sind international sehr unterschiedlich geregelt. Weltweit spielt der Tierschutz eine immer wichtigere Rolle. Die Zahl der Arten, die als bedroht gelten, wird in den letzten Jahren immer größer. Die Weltnaturschutzorganisation (IUCN), mit Hauptsitz in der Schweiz, kommuniziert jedes Jahr die Rote Liste der gefährdeten Arten. Es gibt heute jährliche Internetlisten über die Pflanzen- und Tierarten, die besonders gefährdet sind. Es gibt verschiedene Klassifizierungen der bedrohten Arten. Vor allem auf Säugetiere wird viel Wert im Schutzabkommen gelegt. Die IUCN befördert auch ein Umweltrechtsprogramm (ELP), das aus einem internationalen Netzwerk aus fast tausend Umweltrechtsrechtsexperten besteht. Seit dem Jahr 1973 gibt es das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Es ist ein Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen. Bis heute sind 170 Staaten dem Abkommen beigetreten. Seit dem Jahr 1994 ist das Washingtoner Artenschutzabkommen in der Europäischen Union verbindlich und einheitlich umgesetzt. In vier Anhängen sind die Gefährdungsgrade der Arten im Handel geregelt. Anhang A zum Beispiel betrifft die vom Aussterben bedrohten Arten, wie Affenarten, Wale, Greifvögel, Krokodile oder Würgeschlangen. In Deutschland gibt es zu den internationalen Regelungen im Artenschutz das Bundesnaturschutzgesetz und die Bundesartenschutzverordnung. Die nationale Bundesartenschutzverordnung befasst sich u.a. mit heimischen Pflanzen- und Tierarten. Über das Bundesamt für Naturschutz kann man Genehmigungen zur Ein- und Ausfuhr von geschützten Pflanzen- und Tierarten beantragen.

Die Rechtsgrundlagen auf europäischer Ebene kann man ebenfalls über das Bundesministerium einsehen, zum Beispiel die EG-Verordnung Nr. 338/97, zum Schutz und der Überwachung von gefährdeten Arten im Handel. Seit dem Jahr 1990 gibt es in Deutschland das Gesetz zur Verbesserung der Rechtsstellung des Tieres im bürgerlichen Recht (TierVerbG). Hier sollte vor allem der Tierschutz im Privatrecht gestärkt werden. Das Gesetz stellt eine Novellierung des Tierschutzgesetzes dar. In Paragraf 1 TierVerG heißt es: “Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.” Tiere werden seit dieser Zeit nicht mehr als gewöhnliche Sache, sondern als Mitgeschöpf behandeln. Zu den Staatszielen in Deutschland gehört seit einigen Jahren auch der Tierschutz. Im Grundgesetz Art 20a heißt es: “Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.”

In Österreich ist der Tierschutz seit dem Jahr 2005 Bundessache. Seit dem Jahr 2005 gibt es das Bundestierschutzgesetz. Der Tierschutz ist in der Schweizer Bundesverfassung in Paragraf 80 verwurzelt. Ein zentrales Thema ist der europäische Schutz bei Tierversuchen. Hier ist die europäische Richtlinie 86/609 von besonderer Bedeutung. Mit der aktuellen Novellierung sollen die Mitgliedsländer bei den Tierversuchsregelungen bestärkt werden. Seit März 2009 dürfen durch die EU-Kosmetikrichtlinie bei Tierversuchen keine Tierversuche mehr bei kosmetischen Mitteln oder kosmetische Bestandteilen mehr durchgeführt werden. Die Bekämpfung der Tierversuche und die Stärkung der Tierrechte werden in vielen Industriestaaten immer mehr von den Tierschutzorganisationen gefordert. In Deutschland informiert das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) u.a. über die jährlichen Statistiken bei Tierversuchen. Auf den Seiten des Bundesministeriums kann man sich zum Beispiel über viele Tierschutzthemen informieren. Auch die Natur- und Tierschutzorganisationen kommunizieren viele aktuelle Informationen zu den Tierschutzrechten auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.