Messie-Syndrom

Das Messie-Syndrom (Messie = Chaos und Unordnung) ist ein psychisches Krankheitsbild, das sich mannigfaltig ausdrücken kann und allgemein mit Desorientierungsproblematiken in Bezug auf die privaten Organisation einhergeht. Es herrscht vor allem in der Wohnung ein Chaos, das sich im schlimmsten Fall in Form eines Vermüllungssyndroms manifestiert. Eine andere Form kann zum Beispiel mit dem Sammeln verschiedener Objekte einhergehen, die dann in der Wohnung gehortet werden. Am Schluss kann die ganze Wohnung völlig versperrt mit den Objekten sein. In schlimmsten Fällen des Vermüllungssyndroms kann die Wohnung aus hygienischen Gründen nicht mehr bewohnt werden, wenn Lebensmittel, Urin und Extremente die Wohnung verwüstet haben. Die Gedanken der Betroffenen kreisen permanent um einfache Organisationsaufgaben, denen sie nicht nachkommen können. Wie gelähmt verharren die Betroffenen in dem Chaos. Das Phänomen wurde früher vor allem bei älteren Menschen angetroffen. Heute weiß man, dass vor allem auch Menschen zwischen 40-50 Jahren von psychischen Störungen in dem Kontext betroffen sind. Häufig wurden Messi-Syndrome im Zusammenhang mit Alkoholproblematiken festgestellt, bei denen es vermehrt zum Kontrollverlusten kommt. Auch einsame und depressive Menschen sind häufig vom Messi-Syndrom betroffen. Hier sind häufig Ausgleichshandlungen für zu wenig Aufmerksamkeit und menschlicher Nähe vorherrschend. Vor allem ältere und einsame Menschen suchen Ausgleich in der Hortung von Objekten, mit denen sie ihr isoliertes und soziales Umfeld schaffen. Bei anderen Formen des Messi-Syndroms können zum Beispiel affektive Psychosen oder auch Schizophrenien die auslösenden Momente sein. Oft ist hier ein Zerfall der eigenen Persönlichkeit vorherrscht. Mit dem Müll wollen die Betroffenen sich eventuell gegen die feindselige Außenwelt abschirmen.

Andere Wissenschaftler halten Stoffwechselstörungen bei Erwachsenen für eine Ursache des Messi-Syndroms. Natürlich können auch banale Gründe wie Geiz zum Horten von Gegenständen führen und so ein Chaos auslösen. Zur Hilfe und Behandlung von Menschen mit Messi-Syndromen gibt es zahlreiche Ansatzpunkte. Eine Methode ist zum Beispiel das professionelle Coaching bei den Betroffenen. Beim Coaching durch Experten versucht man mit Arbeitsplänen und anderen Formen wieder Struktur in den Alltag zu bringen. Beratungsangebote macht zum Beispiel die Caritas, die ein spezielles Haushaltstraining anbietet. Die Behandlung des Messi-Syndroms durch diagnostizierte psychische Krankheiten muss natürlich durch einen Psychologen bewerkstelligt werden. Steht das Horten und Sammeln im Vordergrund, so zählt man das Messi-Syndrom zu den Zwangserkrankungen. Bei Defiziten in der Selbstregulation wird das Krankheitsbild zum Beispiel den Aufmerksamkeitsdefizits- und Hyperaktivitätsstörungen zugeordnet.

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