Morbus Alzheimer

Die Alzheimer-Krankheit ist das häufigste Krankheitsbild, was unter dem Sammelbegriff “Demenz” fällt. Die Krankheit hat ihren Namen nach dem bayrischen Arzt Alois Alzheimer, der Anfang des 20. Jahrhunderts, das damals eigenartige Krankheitsbild der medizinische Fachwelt vorstellte. Die Symptome einer Patientin waren vor allem Gedächtnisschwächen, Orientierungsschwierigkeiten und Halluzinationen, die letztendlich zum Tod der Frau mit Mitte 50 führte. Man fand bei der Obduktion des Gehirns verschiedene Besonderheiten, vor allem Stoffwechselablagerungen, die heute bekannten Plaques. Die Hirnrinde war dünner als bei normalen Menschen. Heute weiß man, dass sich spezifische Eiweißablagerungen bei Alzheimer-Patienten auftreten, die zur Folge haben, dass Nervenzellen und die Nervenzellenkontakte langsam vernichtet werden und zu Denk-, Gedächtnis- und Orientierungsschwierigkeiten führen. Der Untergang der Nervenzellen kann das Gehirn bis zu 20 Prozent verkleinern. Man weiß heute, das von dem Nervenzellenuntergang nicht nur die Hirnrinde betroffen ist, sondern auch tiefere Strukturen des Gehirns. Die Häufigkeit der Alzheimer-Krankheit nimmt im Alter zu. Allerdings können auch Menschen um die 50 Jahre an der Alzheimer erkranken. Bei der Diagnose von Alzheimer müssen unterschiedliche Tests durchgeführt werden, um eindeutig auf das Krankheitsbild einzugehen. Es müssen zum Beispiel ähnliche Krankheiten, die zur Schädigung des Gehirns führen können, untersucht werden. Man muss auch psychische Krankheitsbilder ausschließen, die zu Symptomen in diesem Zusammenhang führen. Zu den Tests, die genauer auf Morbus Alzheimer eingehen, gehört der “Mini Mental Status Test”. Was die Diagnose oft schwierig macht, ist auch die Tatsache, dass sich die Krankheit langsam entwickelt und die geistigen Leistungsdefizite sich schleichend einstellen. Körperliche Defizite, die auf Alzheimer früh schließen ließen, fallen in der anfänglichen Phase häufig nicht auf.

In mittleren und fortgeschrittenen Stadien kann man durch bildgebende Verfahren wie der Computertomografie und der Magnetresonanztherapie den Nervenzellenuntergang feststellen. Man nimmt diese speziellen Diagnoseverfahren auch wahr, um andere neurologischen Störungen diagnostizieren zu können. Bei rund 30 Prozent der Betroffenen sind es genetische Faktoren, die Alzheimer begünstigen. Das wichtigste Risiko stellt allerdings das Alter dar. Ab Mitte des achten Lebensjahrzehnts ist das Risiko an Alzheimer zu erkranken extrem hoch: alleine die Gene entscheiden aber nicht über Alzheimer. Die Behandlung von Alzheimer ist sehr individuell geprägt und hat einige Therapiesäulen, die zur Stabilisierung der Persönlichkeit beitragen. Medikamente sollen sowohl die geistige Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen als auch die Verhaltensweisen stabilisieren. Zur Leistungsstabilität tragen zum Beispiel Antidementiva bei. Auch können Medikamente wie Antidepressiva bei psychischen Störungen eingesetzt werden. Je nach Grad der Erkrankung können zum Beispiel die Antidementiva über einige Monate eine geistige Leistungssteigerung bringen. Endgültig kann das Leistungsniveau aber nicht gehalten werden.

Neben den individuellen medikamentösen Therapien müssen auch körperliche Behandlungen eingesetzt werden. Bei Alzheimer spielt, auf Grund des hohen Altersdurchschnitts, die qualifizierte Pflege eine besondere Rolle. Trotz aller Bemühungen müssen die Betroffenen häufig in Altersheimen untergebracht werden. Neben den beschriebenen Standarttherapien haben auch die nicht-medikamentösen Therapien ihren festen Platz. Zu diesen gehören: Denkförderungs- und Verhaltenstherapien, Realitätsorientierungstrainings oder Erinnerungstherapien. Es gibt auch spezielle Therapien, die den Erhalt der Persönlichkeit in den Vordergrund stellen. Bei Alzheimer gibt es die Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET), die speziell auf solche Patienten zugeschnitten ist. Auch andere Therapien setzen da an, wo konkrete Bedürfnisse auftreten, zum Beispiel bei auftretenden Milieuproblemen. Auch Therapien wie Kunsttherapien können sehr stimuliert wirken. Es gibt heute zahlreiche Informationen zu Alzheimer, die man zum Beispiel über die deutschsprachigen Online-Angebote der Alzheimer-Stiftungen bekommt. Hier können sich Betroffene und Angehörige fundiert informieren und sich zum Beispiel über Hilfsangebote einen Überblick verschaffen.

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