Orchideen

Insgesamt sind bis jetzt etwa 25 000 Orchideen-Arten bekannt geworden, das sind fast zehn Prozent alles Blütenpflanzen. Die überwiegende Mehrzahl der Orchideen wächst in den tropischen Regenwäldern. Natürlich gibt es auch seltene Arten, für die man sehr viel Geld bezahlen muss. Doch kann man andererseits sehr schöne Orchideen zu einem Preis erwerben, der für jedermann erschwinglich ist.

Alle Orchideen haben Blütenblätter, die in zwei Kreisen angeordnet sind, drei kronenblattähnliche und drei kelchblattähnliche. Eine der beiden wächst gewöhnlich in einer anderen Form, zum Beispiel wie eine Tasche oder ein Schuh, und häufig ist er noch sehr verschieden gefärbt oder gefleckt. Direkt über diesem Blütenblatt befindet sich das sogenannte Säulchen, ein Organ, das nur bei Orchideen vorkommt. Es sitzt auf dem Fruchtknoten und wird von Teilen des Griffels und der Staubblätter gebildet.

Wohl zu den bekanntesten Orchideen gehören die Arten der Gattung Paphiopedilum, zu deutsch Venusschuh. Die Paphiopedilum insigne ist eine der am einfachsten zu pflegenden Arten. Die Blüten sind 5 - 10 cm lang, hauptsächlich grüngold mit braunen Flecken, und sie halten bis zu drei Monate. Es gibt eine beträchtliche Zahl von Paphiopedilum-Arten, und bei den Blüten finden sich alle Farbvariationen. Einige Formen sind groß, sowohl die Pflanze als auch die Blüte, andere sind kleiner als 10 cm. Die meisten Arten entwickeln nur eine einzige Blüte, allerdings gibt es auch solche, die zwei, drei oder vier Blüten treiben. Die Venusschuh-Arten verlangen keine hohen Temperaturen oder viel Licht. Das ist mit der Hauptgrund, warum sie so gut im Zimmer gedeihen. Allerdings brauchen sie viel Feuchtigkeit.

Für die Orchideenpflege benötigt man spezielle Orchideen-Erde, die aus einem Gemisch von Wurzelfasern des Königsfarnes, Torfmoos, Torf, zerkleinerten Buchenblättern und Rinde besteht. Nur eine oder zwei Paphiopedilum-Arten sind wohlriechend, während die meisten Cattleyen sehr gut duften. Anstelle des Schuhes bilden die Cattleyen eine offenere, glockenförmige Lippe aus, die häufig noch gewellt ist. Die Cattleyen kommen in zwei Wuchsformen vor. Aus der Scheinknolle wächst entweder nur ein einziges Blatt oder aber es wachsen zwei dicklederige Blätter. Cattleyen können eine Höhe von nahezu 1 m erreichen. Es gibt aber auch Cymbidien, die fast 2 m hoch werden können. Eine Gruppe von kleineren Cymbidien-Hybriden wird dagegen nicht höher als 25 cm. Doch sind diese manchmal recht schwierig in der Pflege. Wesentlich einfacher in der Haltung sind die Laelien, kleine Orchideen, die bis zu 20 Blüten an einem Stengel tragen.

Zu den geeignetsten Orchideen für das Zimmer gehören die Arten und Hybriden der Gattung Odontoglossum. Sie können von 5 bis zu 35 Blüten an einem Stengel tragen, und zwar in den Farben Weiß, Gelb, Rot, Rosa und Purpur. Die Blüte erscheint im Frühjahr und kann sich bis zu 6 Wochen halten. Diese Pflanzen mögen nicht zu viel Hitze, weder im Winter noch im Sommer, sie bevorzugen frische Luft, aber keinen Zug. Die Wurzeln sollten immer feucht sein.