Rollenspiele

Computerrollenspiele gibt es seit Mitte der 1970er Jahre. Das erste Computerrollenspiel war The Game of Dungeons, das 1974 auf dem Markt kam. Seit den 1990 Jahren waren Computerspiele als Rollenspiele eher todgesagt, haben sich aber mit der Durchmischung mit anderen Genres wie Adventures bis heute gehalten. Seit den 1990er Jahren gibt es Rollenspiele für den Computer in 3D-Graphiken. Die erste Produktion als Actionrollenspiel war Diablo des US-amerikanische Computerspielherstellers Blizzard Entertainment, das in den 1990er Jahren das Computerrollenspiel neu belebte. Seit Diablo ist die Verbindung von Action, Adventure und Rollenspiel sehr erfolgreich im Markt platziert worden. Der Spielcharakter ist vor allem geprägt durch vorgegebene Persönlichkeitsprofile oder künstliche Figuren, die sich in ihrer virtuellen Welt weiterentwickeln, sogenannte Avatars. Die virtuelle Figur Avatar kennt man zum Beispiel aus der virtuellen Welt “Second Life”. Weltweit bewegen sich rund 20 Millionen Avatars als virtuelle 3D-Figurnen in Second-Life-Szenarien, kommunizieren und handeln miteinander. Global verfügbare und kommunizierbare Avatars nennt man Gravatars. In Computerrollenspielen entscheidet in der Regel der Nutzer, wie sich sein Avatar entwickeln soll. Grundlegende Eigenschaften des Avatar werden bei Spielbeginn festgelegt. Für moderne Rollenspiele typisch sind die Erfahrungswerte, die ein Avatar in Spielverlauf erlernen kann. Wie im richtigen Leben kann zum Beispiel ein Avatar durch viel Übung (häufige Anwendung) bestimmte Dinge besser erlernen und nutzen.

Alterungsprozesse, wie man sie aus dem richtigen Leben kennt, werden meistens nicht durch die Spielentwicklung reflektiert. Nur wenige Rollenspiele programmieren die Alterung oder sogar den Tod der Handlungsperson bewusst mit ein. Bei vielen Actionspielen muss der Avatar seine Ausrüstung erwerben, zum Beispiel kann ein Spieler bzw. der Avatar durch bestimmte Geschicklichkeitsprüfungen an bessere Waffensortimente kommen. Einige Spiele belohnen über den gewonnen Kampf die virtuelle Figur mit besseren Ausrüstungsgegenständen. Die Geschichten und Orte können bei Rollenspielen sehr unterschiedlich sein. Gerne werden altertümliche Märchen oder Sagen virtuell aufbereitet. Gezeichnete 3D-Welten sind seit Jahren im Kommen. Es gibt allerdings auch viele Rollenspiele mit realen 3D-Welten. Viele Rollenspiele werden aus der sogenannten Gottperspektive gespielt. Andere Spiele setzen auf die Egoperspektive, die keine so große Distanz zur Umgebung hat und vor allem eine höhere Identifikation des Spielers mit der virtuellen Figur bringt. Oft werden die Egoperspektiven von Spielentwicklern bevorzugt, da die virtuellen Szenarien realistischer dargestellt werden können. Die meisten populären Rollenspiele kennen das Kernelement Quest. Bestimmte Aufgaben müssen gelöst oder auch Gegner im Kampf besiegt werden.

Es gibt in vielen Rollenspielen, vor allem im Adventure-Genre, Haupt- und Neben-Quests. Main-Quests bringen den Spielverlauf voran. Neben-Quests dienen unter anderem der Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen. Quests liegen oft an bestimmten Spielorten, die der Avatar erreichen muss. Über Quests lassen sich verknüpfte Spielszenarien aneinanderreihen. Am Ende muss zum Beispiel der Hauptgegner besiegt werden, was nur über eine lineare Spielhandlung mit Quests zu erreichen ist. Auf Grund der globalen Kulturunterschiede gibt es verschiedene kulturelle Rollenspiele. Bei Rollenspielen in der westlichen Welt hat man andere Szenarien wie bei Spielen in Asien. Die meisten Rollenspiele werden über moderne Spielkonsolen angeboten. Als Eingabegeräte eignen sich vor allem moderne Gamepads.