Wrestling

Wrestling hat eine lange Tradition, vor allem in den USA. Was in der Anfangszeit noch auf europäischen und amerikanischen Jahrmärkten als Showringen verbreitet war, entwickelte sich kontinuierlich im 20. Jahrhundert zu einem lukrativen Profigeschäft. Die ersten Wrestling-Meisterschaften fanden in den USA Ende des 19. Jahrhunderts statt, damals noch unter dem Namen American-Catch-as-Catch-Can-Championship. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts bildeten sich zwei große Wrestling-Verbände heraus. Nach dem 2. Weltkrieg wurde ein Dachverband für alle Ligen gegründet, die National Wrestling Alliance, die allerdings in den Folgejahren immer mehr an Bedeutung verlor. Die Nachfolgeorganisation, die eine nationale Serie in den 50ern mit hohem Vermarktungspotential auflegte, ist die heutige World Wrestling Entertainment (WWE). In den 80er Jahren kam der große Durchbruch für das Wrestling in den USA und Mexiko. Vor allem durch die TV-Einnahmen und das Merchandising wurde Wrestling zum Millionen-Dollar-Geschäft. Die WWE ist heute ein börsennotiertes Medienunternehmen, das Millionen von Fernsehzuschauern anspricht, vor allem Kinder bis 14 Jahre. Zu den Stars der WWE gehört(en) unter anderem Hulk Hogan oder der Dwayne Douglas Johnson - The Rock. Die WWE hat inzwischen in den USA über 400 Mitarbeiter und die Stars der Szene sind fast alle unter Vertrag.

Hulk Hogan war sicherlich der Kämpfer, der das Wrestling seit den 80er Jahren weltweit bekannt machte. Vor allem auch in Japan hat das Wrestling ein Millionenpublikum. Hogan wurde nicht nur als bester Wrestler aller Zeiten ausgelobt, sondern ist auch in der WWE Hall of Fame verewigt. Die jährlich größte Veranstaltung im WWE-Wrestling ist die Wrestlemania, die seit Mitte der 80er Jahre durchgeführt wird und bis zu 80.000 Besuchern hat. Die Veranstaltung hat Kultcharakter in den USA. Die Kämpfe werden typisch bestimmt durch die sogenannte Storylines. Es werden vereinfacht Geschichten erzählt, die in einem engen thematischen Kontext zur Veranstaltung stehen. In den USA sind die meisten Veranstaltungen nur im Pay-TV zu sehen. Wrestling wird heute unter dem englischen Begriff des Sports-Entertainment geführt. Wrestling ist aber ohne Frage ein Sport, den die Teilnehmer müssen hohe konditionelle und athletische Anforderungen erfüllen, um sich nicht permanent zu verletzen.

Unter den Profiligen der WWE oder der TNA gibt noch die Independent-Ligen. Die kleineren Veranstaltungen finden hauptsächlich in Sporthallen statt und unterscheiden sich von den Profiligen dadurch, dass es keine festen Verträge mit Wrestlern oder TV-Anbietern gibt. Die meisten Kämpfer treten nur am Wochenende auf und gehen einem anderem Beruf während der Woche nach. Was das Wrestling in den USA, Australien oder Mexiko ausmacht, ist die Verbindung von Fans und Akteuren. Es ist unwesentlich, welche Rolle man in der Story hat, ob der Gute oder der Böse, die Veranstalter sind am kommerziellen Erfolg einer Person interessiert. Viele Wrestler müssen sich deshalb bei kleineren Veranstaltungen auftreten. Erst wenn man merkt, dass sie beim Publikum ankommen werden sie vertraglich gebunden. Veranstaltungen der WWE oder der TNA sind auch in Deutschland über das Pay-TV Live zu sehen. Auch im Free-TV sind einige Veranstaltungen im Programm. Besonders interessant sind die Verträge im Wrestling. So haben die großen Stars einen Anteil am Gewinn der dargestellten Figur. Sie sind quasi als Figur patentiert und konnten sich früher auch aussuchen, ob sie gewinnen oder verlieren wollten.