Fahrer

Fahrer, die im Radsport besonders populär wurden, waren vor allem die Gewinner der großen Rundfahrten Tour de France oder Giro d’Italia. Eine Ikone im Rennradsport und als bester Rennfahrer aller Zeiten geehrt ist Eddy Merckx. Der belgische Fahrer gewann sowohl die Tour de France als den Giro fünf Mal. Mitte der 60er Jahre begann die Karriere von Eddy Merckx, die bis Ende der 70er Jahre andauerte. In dieser Zeit gewann der Belgier über 500 Rennen. Das Jahr 1972 war eines der erfolgreichsten Jahre von Merckx, der fünf Etappen bei der Tour und vier Mal beim Giro gewann sowie bei den Straßenklassikern Mailand-San Remo oder Lüttich-Bastogne-Lüttich die Konkurrenz hinter sich ließ. Heute hat der Belgier seine eigene Edelradmarke und ist als Experte bei TV-Übertragungen gerne gesehen. Der Franzose Bernard Hinault aus der Bretagne, ist einer der erfolgreichsten Fahrer bei der Tour. Er ist heute innerhalb der Tour-Organisation für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Seine Landleute gaben im den Spitznamen der Dachs, da er überaus clever im Renngeschehen agierte. Hinault gewann die Tour de France fünf Mal und hat 28 Etappensiege bei der Frankreichrundfahrt zu verzeichnen. Neben seiner Tätigkeit als Organisator der Tour lebt der Franzose heute als Landwirt und züchtet Rinder.

Als einer der besten Sprinter aus Italien zählt Mario Cipollini. Der exzentrische Star ist vor allem auch für seine Outfits bekannt. Der schöne Mario, wie in seine Fans auch nennen, gewann unter anderem die Straßenweltmeisterschaft in Belgien im Jahr 2002. Vor allem die Etappensiege bei dem Giro d’Italia machten den Fahrer aus der Toskana in Italien überaus beliebt. Tragischer Held des Radsports, der bis heute im Herzen vieler italienischer Fans ist, war Marco Pantani. Der sehr gute Bergfahrer gewann 1998 die Tour de France vor Jan Ullrich, der auf einer Bergetappe einbrach. Elefantino, wie in liebevoll seine Landleute auf Grund der abstehenden Ohren nannten, wurde im Jahr 2004 Tod in seinem Hotelzimmer in Rimini gefunden. Pantani starb an einer Überdosis Kokain.

Ein Held des Radsports ist natürlich auch Lance Armstrong. Er gewann als jüngster Profisportler, die Straßenweltmeisterschaften im Jahr 1993 und erkrankte dann an Krebs. 1996 wurde die Diagnose von Hoden-, Bauch- und Gehirnkrebs konkreter. Trotz einer minimalen Chance zu Überleben, besiegte Armstrong den Krebs und starte seine neue Karriere 1998 beim damaligen US Postal Service Team. Von 1999 bis 2005 gewann Lance Armstrong bei der Tour de France. Mit sieben Siegen ist er der erfolgreichste Rennfahrer bei Tour de France aller Zeiten. 2004 kam das Livestrong-Armband auf den Markt und wurde zu einem kommerziellen Produkt, dessen Gewinne in die Lance Armstrong Foundation für Krebskranke ging. Bis heute hat Lance Armstrong mit den Bändern Millionen von Dollar für die Stiftung gewonnen. Die Zeit des Lance Armstrong war auch die Zeit des ersten deutschen Tour-Gewinern Jan Ullrich.

Ullrich gewann die Tour de France im Jahr 1997 und löste in Deutschland einen wahren Rennradsport-Boom aus. Er beendete die Tour fünf Mal als Zweiter und hatte das Pech mit Lance Armstrong ein Jahrhundertsportler als Konkurrent zu haben, den er nur selten besiegen konnte. Die Jahre 1999 und 2000 waren für Jan Ullrich besonders erfolgreich, so gewann er 1999, die spanische Rundfahrt Vuelta und im Jahr 2000 das olympische Straßenrennen, vor seinem ehemaligen Telekom-Partner Alexander Winokurow. Auch im olympischen Einzelzeitfahren gewann Jan Ullrich eine Medaille. Er holte Silber vor Lance Armstrong. Im Jahr 2003 wurde Ullrich Sportler des Jahres in Deutschland. Unvergessen aus deutscher Sicht ist auch der Frankfurter Radprofi Dietrich Thurau. Thurau trug des Gelbe Trikot bei der Tour 1997, als Jungprofi 15 Tage und löste damit in den 70ern den ersten Radboom in Deutschland aus. Der “blonde Engel” wurde auch mit dem Bahnvierer Weltmeister 1974. Als erfolgreichster deutscher Profi-Fahrer gilt Erich Zabel. Der Sprinter gewann das Grüne Trikot bei der Tour sechs Mal und wurde unter anderem Gesamtsieger des Rad-Weltcups im Jahr 2000. Im gleichen Jahr gewann es auch das pretigeträchtige Amstel Gold Race. Ein besonderer Wettkampf war auch schon immer, der Wettstreit um den Stundenweltrekord. Seit dem Jahr 2005 ist der Russe Ondřej Sosenka der Rekordinhaber. Er liegt jetzt bei 49,700 km. Der britische Bahnradspezialist Chris Boardman fuhr zwar schon schneller, allerdings wurde der Rekord Grund von Regeländerungen nicht anerkannt.