Skispringen

Unter Skispringen versteht man den Versuch, auf Skiern einen Anlauf herunterzufahren, an einer tischähnlichen Rampe abzuspringen und dann so weit wie möglich zu fliegen. Der Srung endet in einem Auslauf unterhalb der Sprunganlage. In einem Skisprung-Wettbewerb wird neben der erzielten Weite auch die Haltung des Sportlers während des Fluges sowie die Landung bewertet. Im Flug hat der Körper möglichst ruhig in der Luft zu liegen, die Ski sollten ein nach vorne offenes V bilden. Bei der Landung kommt es auf den sogenannten Telemark an. Dabei geht der Springer beim Landen leicht in die Knie und schiebt ein Bein etwas vor. Eine Kacherl- oder Parallellandung wird deutlich schlechter benotet und auch der Griff in den Schnee bringt Abzüge. Die Wertung des Sprunges geschieht durch mehrere Kampfrichter. Die jeweils beste und schlechteste Bewertung wird gestrichen. Danach ergibt die Summe aus den Weiten- und Haltungsnoten die Gesamtpunktzahl des Sprunges. Ein Sprung gilt erst als gestanden, wenn der Springer vor einer bestimmten Marke im Auslauf nicht zu Fall kommt.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Skispringen und Skifliegen. Das Skispringen findet auf Normalschanzen - sogenannten Klein- oder Großschanzen - statt. Die berühmte Vierschanzentournee beispielsweise findet, mit Ausnahme von Oberstdorf, auf solchen Normalschanzen statt. Für das Skifliegen gibt es besondere Schanzen mit einem größeren Anlauf und einer weiteren Auslauffläche. Die vier Flugschanzen befinden sich in Planica, Harrachov, Oberstdorf und Mitterndorf. Der Weltrekord im Skifliegen der Männer liegt im Augenblick bei unglaublichen 239m. Bei den Damen steht er bei immerhin 206m. Für den Weltcup im Winter und den Sommer-Grand-Prix gibt es weltweit insgesamt 26 genutzte Sprunganlagen.

Der wichtigste Wettkampf nach den olympischen Spielen ist für alle wohl die alljährliche Vierschanzentournee. Außerdem gibt es noch den Weltcup samt Nordic-Tournament, dem skandinavischen Gegenstück zur Vierschanzentournee. In der zweithöchsten Wettkampfklasse, dem Continentalcup, treten vor allem die jüngeren, unerfahrenen Springer an und feiern erste Erfolge. Aber nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer messen sich die Skispringer beim Sommer-Grand-Prix, einer Serie von maximal 10 Wettkämpfen. Da im Sommer kein Schnee zur Verfügung steht, werden die Schanzenausläufe bei diesen Wettbewerben mit Kunstrasen ausgelegt, der stark gewässert ist. Dadurch wird die Gleitfähigkeit der Skier erhöht.

Aber nicht Männer wagen sich über den Sprungtisch. Auch die Damen entwickeln zunehmend Ambitionen in dieser Sportart. Seit 1998 wird stetig daran gearbeitet, Wettbewerbe für Damen zu etablieren. Inzwischen gibt es schon den FIS Ladies Grand-Prix. Dieser Wettbewerb ist seit einigen Jahren Teil des FIS Contnental Cup. Aber auch im Rahmen der großen Veranstaltungen der FIS finden die Damen-Wettbewerbe langsam ihren Platz. Der Antrag auf Einführung von Damen-Wettbewerben bei den olympischen Winterspielen 2010 ist bereits gestellt.