Wein

Deutschland ist schon lange nicht mehr nur das Land der Biertrinker, sondern auch immer mehr das Land der Weingenießer. Der Weinkonsum ist im Jahr 2007 auf über 24 Liter pro Person gestiegen. Vor allem im häuslichen Bereich trinken die Deutschen gerne Wein. Der Anteil der Gastronomie am Weinverbrauch ist nur 20 Prozent, wobei hier vor allem auch die hohen Preise in der Gastronomie für viele abschreckend wirken. Weltweit trinken die Franzosen, Italiener und die US-Amerikaner am meisten Wein. Deutschland ist aber schon beim internationalen Konsum auf die Position vier vorgerückt. Die deutschen Weine haben immer noch einen großen Weinanteil, der fast die Hälfte des Konsums ausmacht. In den letzten Jahren geht auch der Trend zu deutschen Weinen, die sich vor allem mit Importprodukten aus Italien, Frankreich und Spanien im Markt messen müssen. Die deutschen Weine werden sehr oft im höheren Preissegment angesiedelt und verkauft, allerdings setzt sich der Trend fort, dass vor allem deutsche und internationale Weine im Preissegment von rund drei bis vier Euro über die Lebensmittelketten am meisten verkauft werden. Hier stimmt wohl, nach Auffassung der vielen Konsumenten, dass Preis-/Leistungsverhältnis. Selbstverständlich bekommt man aber auch hochpreisige Qualitätsweine über die Discounter. Kooperationen bei der Vermarktung von Weinen findet man in vielerlei Hinsicht. So wird der europäische Riesling stark in den USA vermarktet, wo man neue Zielgruppen für die deutschen, österreichischen oder Elsässer Weine ansprechen will. Europäischer Riesling ist in den USA überaus beliebt und hat in den letzten Jahren zweistellige Zuwachsraten erlebt. Riesling ist auch beim Anbau die Nummer Eins unter den deutschen Weinen. Seit dem Jahr 2007 sieht man auch eine leichte Tendenz zu Gunsten der Weißweine. Der Rotwein wird leicht weniger getrunken wie noch Anfang des Jahrtausends.

Die Jahre 2006-2008 waren auch von der Qualität gute Weinjahre in Deutschland. Die deutschen Qualitätsweine werden auch in zahlreichen anderen Ländern gerne konsumiert, so zum Beispiel in Großbritannien, Holland oder Belgien - und selbst Russland ist ein neuer Markt für die deutschen Weinhersteller. Die deutschen Rebsorten sind auch geprägt von den regionalen Anbauflächen. So werden zum Beispiel in der Pfalz besonders Riesling oder Dornfelder angebaut. In Baden zum Beispiel Spätburgunder oder Müller-Thurgau. In Sachsen sind es vorwiegend Müller-Thurgau, Riesling oder Weißburgunder. Sehr gut bewertete Jahrgänge waren seit dem Jahr 2000, die Jahre 2000, 2003, 2005 und 2007. Neben den deutschen Qualitätsweinen spielen viele Exportländer aus Europa im Weinhandel eine zentrale Rolle. Das größte Weinexportland ist Italien, gefolgt von Spanien und Frankreich. Inzwischen sind auch Australien, Chile oder Argentinien auf den vorderen Plätzen. Zu den zehn größten Exportländern gehört inzwischen auch Südafrika. Osteuropäischer Weinimporteur ist vor allem Moldawien. Die europäischen Weinexportländer haben einen hohen globalen Marktanteil von über 60 Prozent.

Der Anteil der deutschen Haushalte an Rot- oder Weißweinen ist seit dem Jahrtausendwechsel recht kontant geblieben, so konsumieren die Deutschen jährlich über 60 Prozent an Rotwein; rund sieben bis acht Prozent an Rose und bis zu 29 Prozent an Weißwein. Auch beim Konsum der deutschen Weine liegt der Rotwein weit vorne. Nach Ende des letzten Jahrhunderts tranken die deutschen Weinliebhaber sehr viel mehr Weißwein. Die Weinanbaugebiete in der Pfalz haben in den letzten Jahren einen kontanten und großen Marktanteil von rund einem Drittel, gefolgt von den Weinen, die aus dem rheinhessischem Anbau stammen. Beim Weinkauf in Deutschland führen mit Anstand die Bürger aus NRW, gefolgt von den Bayern und den Baden-Württembergern. Die Berliner sind hingegen das Schlusslicht beim Weineinkauf. Zu den beliebten Rebsorten gehört im Handel zum Beispiel der Merlot, der vor allem aus Frankreich, Italien, den USA oder Deutschland kommt. Merlot wird inzwischen auch in der Pfalz, Baden und Württemberg vereinzelt angebaut. Im internationalen Weinanbau spielt auch der Cabernet Sauvignon eine besondere Rolle. In Australien ist der Cabernet Sauvignon mit dem Syrah, die meist angebaute Rebsorte.

Man kennt verschiedene Cabernet-Sorten auch als Weine aus Südafrika, Neuseeland oder Südamerika. Syrah, oder im englischen Sprachgebrauch auch teils Shiraz genannt, ist eine sehr hochwertige Rebsorte, die zuerst im Rhone-Tal in Frankreich kultiviert wurde. Syrah gehört zu den Sorten, die vor allem in Frankreich und Australien einen großen Anbauanteil haben. Insgesamt haben sich tausende von weißen und roten Rebsorten im Handel etabliert, so dass der Konsument oft überfordert ist mit der Weinauswahl und dazu neigt, eine bestimmte Sorte tendenziell öfters zu kaufen, die er diese als schmackhaft empfunden hat. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen, wo man Weine aus der Region näher kennenlernen kann. Inzwischen gibt es auch immer mehr Weinhändler, die wichtige Informationen geben können oder Weinprobeveranstaltungen anbieten. Wer guten Wein kaufen möchte und sich noch nicht so gut bei Weinen auskennt, sollte eher beim Weinfachhändler einkaufen und sich beraten lassen. Man findet auch im Internet zahlreiche Informationsportale zu Thema Wein.