Versicherungsrecht

Im Verhältnis zwischen dem Versicherungsunternehmen und dem Kunden gilt vom Prinzip her zunächst Vertragsfreiheit, wie im geschäftlichen Verkehr üblich. Allerdings schützen viele Verordnungen und Gesetze den Verbraucher im Allgemeinen und den Versicherungsnehmer im Speziellen. Der Gesetzgeber reguliert zum Beispiel bestimmte Verpflichtungen zur Transparenz bei der Kapitallebensversicherung und kontrolliert wiederum über die Versicherungsaufsicht das Handeln der Versicherungsunternehmen. Die zunächst wichtige Instanz für Versicherungsnehmer sind aber immer die Allgemeinen Versicherungsbedingungen sowie die Vertragsunterlagen eines Produkts.

In den Versicherungsbedingungen sind die Rechte und Pflichten des Versicherungsnehmers genau definiert. So ist es zum Beispiel üblich, dass ein Versicherungsnehmer das Eintreffen eines Schadens unverzüglich melden muss, wenn er den Versicherungsschutz auch genießen möchte. Im Speziellen wird hier aber auch detailliert die konkrete Ausgestaltung einer Police definiert, also beispielsweise, ob bei der Berufsunfähigkeitsversicherung auch die so genannte abstrakte Verweisung verzichtet wird oder nicht.

Damit ist auch klar, dass sich die Versicherungsbedingungen von Produkt zu Produkt und von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft massiv voneinander unterscheiden. Ein wissendes Durchlesen derselben sollte deshalb zur Standardaufgabe vor dem Abschluss eines Vertrags gelten.

Trotzdem kommt es dann im Leistungsfall manchmal zu Streitigkeiten zwischen dem Versicherten und der Versicherungsgesellschaft. Häufig will dann das Unternehmen nicht zahlen, weil der Versicherungsnehmer seinen Pflichten nicht nachgekommen ist. Dazu gehört zum Beispiel bei der Berufsunfähigkeitsversicherung die sorgfältige und ausführliche Beantwortung der Gesundheitsfragen.

In Deutschland muss der Versicherte dabei nicht sofort den Klageweg beschreiten. Als Schlichter tritt hier der Versicherungsombudsmann auf, der von der Versicherungsbranche bezahlt wird, aber als neutraler Schlichter fungiert. Der Versicherte muss sich dabei nicht an die Empfehlungen des Ombudsmannes halten, kann hinterher immer noch klagen. Für die Versicherungsunternehmen ist die Entscheidung bis zu einem Streitwert von 5.000 Euro bindend, auch darüber hinaus halten sie sich aber meist an die Empfehlung.