Umstandsmode

Als Umstandsmode, wird Kleidung bezeichnet, die speziell die Bedürfnisse von schwangeren Frauen berücksichtigt. Sie wird oftmals in Stretch-Materialien hergestellt, um eine möglichst lange Tragbarkeit während der Schwangerschafts-Monate zu ermöglichen. Optimale Passgenauigkeit und Komfort sollen der Frau gewährleistet werden. Der Unterschied zu gewöhnlicher Übergrößen-Bekleidung besteht darin, dass Umstandsbekleidung der typischen Figur einer schwangeren Frau direkt angepasst wird. Sie ist daher speziell im vorderen Bauchbereich so ausgelassen, dass sie einen optimalen Sitz ermöglicht. Durch die Verwendung von dehnbaren Materialien soll ein Mitwachsen der Kleidung mit dem Schwangerschaftsbauch ermöglicht werden. Dies ist sehr praktisch für die werdende Mutter, da der Bauch ab dem Zeitpunkt zu dem er sich deutlich abzeichnet, in sehr kurzen zeitlichen Abständen wächst.

Es wird berichtet, dass eine nicht näher bekannte Herzogin von York bereits im 18. Jahrhundert die Idee hatte die Gürtel ihrer Kleider während der Schwangerschaft oberhalb der Taille zu tragen, das eigentliche Umstandskleid ist jedoch eine Erfindung aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Jahrhunderte davor gab es keine spezielle Kleidung, die für Schwangere entwickelt wurde. Erst im 20. Jahrhundert änderte sich das Bild der schwangeren Frau in der Gesellschaft. Die Menschen begannen Schwangerschaft und Geburt als freudiges Ereignis anzuerkennen, die Verbindung mit Schande und unehrbarer Wolllust wurde überwiegend aufgegeben. Das freche spielen und kokettieren mit den Rundungen ist jedoch erst eine Entwicklung, die in den letzten zehn bis zwanzig Jahren stattfand. Noch in den fünfziger Jahren versuchten Frauen ihren Bauch mit Miedern zurückzudrängen. Folge davon waren nicht selten Fehlgeburten und Missbildungen. Auch in den sechziger Jahren wurden eher Schnitte bevorzugt, die weit waren um den Kugelbauch möglichst zu verbergen. Zusätzlich wurde empfohlen den Bauch idealerweise nicht mit auffälligen Accessoires zu betonen. Stattdessen sollte, beispielsweise mit Schleifen oder Kragen, die Aufmerksamkeit auf andere Körperpartien gelenkt werden. Ganz anders sieht es da im 21. Jahrhundert aus. In den achtziger Jahren gelang den Frauen der Durchbruch. Eng anliegende Oberteile zeigen den Stolz der werdenden Mutter. Der Bauch selbst wird zum “Hingucker”.

Darüber hinaus hat sich bis heute das Angebot an Umstandsmode zu einer großen Vielfalt entwickelt. Alles was an gewöhnlicher Kleidung existiert, gibt es mittlerweile auch für Schwangere. Die Bandbreite erstreckt sich von Hosen aller Art, über Röcke, Shirts, Pullover und Blusen und Kleider. Die saisonalen Kleidungstrends werden auch in die Umstandsmode aufgenommen. So müssen modebewusste Frauen heute auf nichts mehr verzichten. Auch kann sich die Frau den Anlässen entsprechend kleiden, egal ob festlich, legere oder adrett.

Die Bezugsmöglichkeiten von Schwangerschaftsmode haben sich in Zeiten des Internets um ein weiteres vervielfacht. Die Möglichkeiten erscheinen unerschöpflich. Auch die Preise haben sich aufgrund des gestiegenen Angebots der normalen Kleidung weiter angeglichen.