Heißluftballons

Ballonfahren hat die Piloten und die Zuschauer schon immer fasziniert. Lautlos und schwerelos gleiten die Heißluftballons durch die Lüfte. Als Erfinder der Heißluftballons gelten die französischen Brüder Montgolfier, die sich seit den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts mit der Luftfahrt beschäftigten. Die Brüder demonstrierten den Heißluftballon offiziell dem französischen König Ludwig XVI. Im Jahr 1783 waren der Physiker Pilâtre de Rozier und der Offizier François d’Arlandes, die ersten Menschen, die einen Freiflug mit dem Ballon durchführten. Nach den Erfindern wurde die ersten Heißluftballons auch Montgolfière genannt. Früher wurden Ballons auch Aerostaten genannt. Je nach Größe der Hülle können heute moderne Heißluft- Gasballons verschiedene Nutzlasten tragen. Der Mindestdurchmesser der Hülle gibt das Abheben vor. Desto größer die Hüllen sind, desto leistungsfähiger müssen auch die Brenner sein. Die Brenner erzeugen eine Fahrttemperatur von rund 90 Grad. Durch das Steigen und Sinken der Heißluftballons können die Winde gezielt zum Steuern eingesetzt werden. Das direkte Lenken in eine Richtung ist nicht möglich. Durch die Steuerdüsen kann die Ausrichtung des Korbes bei der Landung korrigiert werden. Um das Sinken zu gewährleisten gibt es die sogenannte Parachute, die sich an der Spitze des Ballons befindet. Wird die geschlossene Parachute durch eine Leine geöffnet, so entweicht die warme Luft und der Ballon sinkt. Lässt man die Leine wieder los, so verschließt sich die Lucke und der Ballon kann wieder steigen.

Freiballone werden nicht geflogen, sondern gefahren. Die Geschwindigkeiten der Gas- oder Heißluftballone kann sehr unterschiedlich nach den Windstärken sein. Etwa mit 40 Stundenkilometer fährt der Ballon meistens durch die Lüfte. Herrschen gute Windverhältnisse, so kann den Ballon auch mehr Strecke über Land gutmachen. Man fährt Ballon vor allem in den frühen Stunden des Tages, um eine gute Sicht zu haben. Nachts macht vor allem die Landung in unbekannten Gebieten mehr Probleme. Durch die teils hohen Temperaturgrade müssen die Hüllen nach einer bestimmten Betriebszeit einem Sachverständigen gezeigt werden. Etwa alle hundert Stunden ist eine solche Inspektion nötig. Ballonfahrer benötigen eine spezielle Ausbildung zum Erwerb des Ballonführerscheins. Vor allem auch die Sicherheit der Passagiere bei Starts und Landungen spielt beim Ballonfahren eine zentrale Rolle. In Ländern wie Deutschland herrscht eine gute Sicherheitslage beim Betrieb der Freiballons und der Fesselballons. Den Unterschied zwischen Gasballons und Heißluftballons können Zuschauer schon an der Form erkennen. Heißluftballons sind birnenförmig und unten offen. Je nach Größe der Hüllen und der Körbe können bis zu 16 Passagiere befördert werden. Spezielle Körbe für die Mitnahme von Rollstuhlfahrern gibt es heute ebenfalls.

Die Ballone sind in Deutschland beim Luftfahrtbundesamt registriert. Deutsche Ballons haben die erste Kennung “D” und zum Beispiel die nachfolgende Kennbuchstaben für den Typ und den Verein. Der Dachverband ist der Deutsche Freiballonsportverband. Ballonfahren wird auch auf sportlicher Ebene national und international durchgeführt. Es gibt Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften. Vor allem auch die Jugend wird durch den Verband und seine Mitglieder gefördert. In Europa gibt es große Ballon-Festivals, zum Beispiel in Warstein, Bad-Dürrheim, Düsseldorf oder im Sauerland. Faszinierend sind für die Zuschauer die unterschiedlichen Formen der Freiballons, die zum Beispiel lustige Tierformen haben können. Vor allem für Partnerfirmen ergeben sich viele Möglichkeiten zum Sponsoring. Da das Ballonfahren früher nur adligen Personen vorbehalten war, gibt es heute noch traditionelle Elemente, wie zum Beispiel die Ballonfahrer-Taufe mit Sekt, die früher blaublütigen Novizen zuteil wurde. Für zahlreiche Anlässe werden heute Ballonfahrten bei schönem Wetter angeboten.