Musikschulen

Musikschulen gibt es überall in Deutschland. Sie bieten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zur musikalischen Bildung. Das Angebot reicht von Früherziehung in der Musik über Förderung von Talenten bis zur Begabtenfindung. Ohne besondere Vorbildung oder Voraussetzung bekommen junge Menschen die Chance, sich individuell zu entwickeln. Aber auch Erwachsene können am Musikschulunterricht teilnehmen. Musik hilft Spannungen abzubauen und die Konzentration zu steigern. Mit Musik lassen sich Gefühle äußern und Stimmungen zum Ausdruck bringen. Beim Musizieren und Singen entsteht gelebte Kreativität. Einzeln oder in Gruppen lernen die Schülerinnen und Schüler in entspannter Umgebung, mit einem Instrument umzugehen und ihm Töne und Melodien zu entlocken. Das macht Freude und spornt an. Sie bekommen dadurch das Handwerkszeug, später in Gruppen oder Bands, im Orchester oder privat unter Freunden zu musizieren.

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich durch Impulse des Musikpädagogen Fritz Jöde die Jugendmusikbewegung. Unter seiner Leitung wurde Musik auch außerhalb der Schule vermittelt und die Musikpädagogik in der Schule wirkt bis in die jetzige Zeit hinein. Viele selbstverständliche Dinge von heute gehen auf die damalige Entwicklung zurück, zum Beispiel das Spielen der Blockflöte durch Kinder oder das Erlernen der Gitarre, welche aus der Laute entwickelt und dann ein Instrument für jedermann wurde. Die Annahme, dass Musik das menschliche Gehirn fördert, hat inzwischen durch die Ergebnisse der Hirnforschung Bestätigung erfahren. Auch die Möglichkeit, Musizieren der breiten Masse zugänglich zu machen, hat ihren Ursprung in der damaligen Zeit. Auf der Grundlage dieser Ideen und Erkenntnisse entstanden die ersten Musikschulen. Die Jugendmusikbewegung von damals gibt es nicht mehr und es ist heute nur wenig darüber bekannt. Jedoch blieb der Anspruch, dass jeder Musik erlernen kann und der überwiegend gemeinnützige Charakter der Musikschulen bis heute erhalten. In Deutschland gibt es Musikschulen meist als Vereine oder mit einem kommunalen Träger. Die Gebühren halten sich dadurch in erschwinglichen Grenzen. Die öffentlichen Musikschulen arbeiten im Verband deutscher Musikschulen e.V. zusammen.

Musikschulen regen an und leiten an. Die speziell geschulten Pädagogen und Lehrpersonen finden Begabungen heraus und fördern sie. Sie ermöglichen auch gemeinsame musikalische Aktivitäten im Ensemble, Orchester oder im Chor. Zum schulischen Musikunterricht stellen sie ein vielseitiges Ergänzungsangebot zur Auswahl. Im Rahmen der Grundausbildung kommen die Lernenden mit einfachen Elementen der Musikerziehung in Berührung. Dazu zählen geschultes Hören, Stimm- und Gesangsübungen, Noten und Rhythmen und die einzelnen Instrumente. Danach können die ersten Versuche beim Erlernen von einfachen Instrumenten starten. In den Rahmen der Grundausbildung fällt auch die frühkindliche Musikerziehung. Weitere Angebote gibt es für bestimmte Zielgruppen wie Eltern-Kind-Gruppen, Singklassen oder einen Orientierungskurs für Instrumente. Die Grundfächer bilden die Voraussetzung für den anschließenden Instrumental- und Vokalunterricht. Hier findet der Unterricht in Gruppen oder einzeln statt. Eine Vielzahl von Fachbereichen steht für die Instrumental- und Vokalfächer zur Verfügung. Von Streich- und Zupfinstrumenten über Holz- und Blechblasinstrumente sind auch jede Menge Tasten- und Schlaginstrumente erlernbar. Zu den Vokalfächern gehören auch Stimmbildung und Sologesang. Die Ausbildung beinhaltet zunächst, sich mit dem Instrument vertraut zu machen, die Körperhaltung zu erlernen, den Klang zu erkunden und natürlich die Technik bis hin zur Perfektion. Auch die Vorbereitung auf ein Berufsstudium für Musik kann durchgeführt werden. In Kombination mit dem Instrumental- und Vokalunterricht können Ensemblefächer und auch Ergänzungsfächer belegt werden. Hierzu gehören Chor, Orchester, Kammermusik, Folklore, Bands, Sing- und Spielgruppen. Musiktheater, Tanz und Ballett, Rhythmik und Bewegung zählen ebenso dazu wie Musikgeschichte, Komposition und Instrumentenkunde.

Zum Auftrag der Musikschulen zählen Veranstaltungen und Projekte sowie die Erarbeitung von musikpädagogischen Konzepten. Es gibt Workshops, Seminare und Kurse, Festivals und Vorstellungen. Zu den Veranstaltungen gehören auch Konzerte und die Mitwirkung bei öffentlichen Anlässen. Beim Tag der offenen Tür und beim Deutschen Musikschultag bekommen Besucher einen umfassenden Einblick. Die Musikschulen erfüllen ihren öffentlichen Auftrag, indem sie dafür sorgen, dass Musik als Bestandteil der Erfahrungswelt von Kindern und Jugendlichen zur Selbstverständlichkeit wird. Wer lernt zuzuhören, entwickelt soziale Stärke. Gemeinschaftlicher Gesang wirkt sich auf die Sprache aus und trägt so zur persönlichen Entfaltung bei. Außerdem macht das Singen Spaß. Neben den öffentlichen existieren zahlreiche private Musikschulen. Einige davon haben sich im Bundesverband Deutscher Privatmusikschulen-bdpm e.V. zusammengeschlossen und es sind schon alle Bundesländer mit Landesverbänden vertreten. Die privaten Musikschulen spezialisieren sich oft auf Teilgebiete wie Unterhaltungsmusik, das Musical oder spezielle Instrumente. Interessenten bekommen auf Anfrage eine umfassende Beratung.