Fußball-Europameisterschaft

Die Europameisterschaften werden alle vier Jahre von der UEFA/Union des Associations Européennes veranstaltet. Die UEFA ist als europäischer Kontinentalverband Mitglied des Fußballweltverbandes FIFA. Ihren Verwaltungssitz hat der europäische Fußballverband in Nyon, Schweiz. Die Europameisterschaft, die auch kurz EM genannt wird, gilt als das schwerste Turnier für Nationalmannschaften, vor allem bei den Herren. Im Gegensatz zu den Weltmeisterschaften, treffen die qualifizierten Nationalmannschaften meist schon in der Vorrunde auf starke Gegner. Nach den Vorrundenspielen zur Qualifikation nehmen die 16 qualifizierten Teams an der Endrunde teil. Zur Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz meldeten sich 52 Mitgliedsverbände zur Qualifikation. Die Endrunde wird in vier Gruppen mit jeweils vier Teams ausgetragen. Die ersten beiden Teams einer Gruppe kommen in das Viertelfinale. Wie auch in der Bundesliga üblich, bekommt man für einen Sieg drei Prunkte und für ein Unentschieden einen Punkt. Bei Punktegleichheit zählt die bessere Tordifferenz. Das Golden Goal in der Verlängerung wurde abgeschafft. Deutschland ist nicht nur das erfolgreichste Team bei Europameisterschaften, sondern war auch die Nationalmannschaft, die sich als Erste zur EM in Österreich und der Schweiz qualifizierte. Qualifiziert sind natürlich immer die Gastgeber, in diesem Fall Österreich und die Schweiz. Für beide Länder ist die Europameisterschaft ein besonderes Highlight in der Fußballgeschichte.

Deutschland und Österreich verbindet eine lange Rivalität beim Herrenfußball. Das bekannteste Spiel der beiden Nationalmannschaften fand bei der Fußballweltmeisterschaft in Argentinien 1978 statt. Das Spiel ist in die Geschichte des Fußballs, als die “Schmach von Córdoba”, eingegangen. Deutschland spielte damals noch mit Fußballikonen, wie Maier, Vogts oder Rummenigge. Bis zur 87-ten Minute stand es 2:2, bis der legendäre Hans Krankl das Siegtor für die Österreicher in der vorletzten Minute schoss. Berühmt ist aber nicht nur das Spiel, sondern vor allem der Kommentar des österreichischen Sportjournalisten Eduard “Edi” Finger, Senior. Seine Kommentierung des Krankl-Tores, mit mehrmaligen “Tor!” Ausrufen und dem Zusatz “I wer’ narrisch!” ist legendär geworden. Bis heute sind die Spiele zwischen Österreich und Deutschland besondere Spiele. Das die Deutschen bei der EM 2008 zu Österreich gelost wurden, ist ein schöner Zufall. In Österreich wird in Wien, Salzburg, Klagenfurt und Innsbruck gespielt. Unter anderem findet im Ernst-Happel-Stadion in Wien, das Finale statt. In der Schweiz ist der Hauptaustragungsort der St. Jakob-Park in Basel. Hier finden insgesamt sechs Spiel statt. Das Stadion ist auch mit einer Besucherkapazität von rund 40.000 Besuchern, dass größte Stadion in der Schweiz. Weitere Austragungsorte sind Bern, Zürich und Lancy, bei Genf.

Vor allem für die Schweizer Fußballnationalmannschaft, die in den letzten Jahren immer mehr Erfolge verzeichnen konnte, ist das Turnier im eigenen Land eine Chance sich im internationalen Weltfußball weiter zu positionieren. Fast alle großen Fußballnationen, die auch Weltmeister wurden, sind für die EM-Endrunde plaziert. Einziges Weltmeisterland, das nicht vertreten ist, ist England. Italien, Frankreich und Deutschland gehören üblicherweise zu den Turnierfavoriten. Bei der EM 2008 treffen Italien und Frankreich schon in der Gruppenphase aufeinander, zusammmen mit den Niederlanden. Die Niederlande wurde einmal Europameister und das gerade in Deutschland. 1988 gewannen die Niederländer zuerst das Halbfinale in Hamburg gegen Deutschland, mit einem Tor von Marco van Basten in der vorletzten Spielminute und anschließend das Finale in München gegen die Sowjetunion mit 2:0.

Griechenland kommt als Europameister nach Österreich und der Schweiz. Das Team von Nationaltrainer Otto Rehhagel gewann die EM-Endrunde in Portugal im Jahre 2004. Das griechische Team setzte sich unter anderem in der Gruppenphase gegen Spanien und Russland durch. Im Endspiel gewannen die Griechen überraschend gegen den Gastgeber Portugal mit 1:0. Otto Rehhagel wurde in Griechenland nach dem ersten Europameisterschaftsgewinn zum Volksheld. Die Griechen treffen bei der EM 2008 in Gruppenphase wieder auf die ehemaligen Gruppengegner Spanien und Russland. Das Endrundenturnier in Österreich und der Schweiz wurde auf den Zeitraum 07.-29. Juni terminiert. Wie jede Europameisterschaft hat auch die EM 2008 ihre Maskottchen, die sind Trix und Flix. Die Namen wurden über das Internet abgestimmt. Die in Österreich und Deutschland populäre Rock-Pop-Sängerin Christina Stürmer singt den offiziellen Song der Fußballeuropameisterschaften 2008. Wie bei Europa- und Weltmeisterschaften üblich, gibt es einen offiziellen Spielball, der bei der EM 2008 EUROPASS heisst. 12 namhafte Schiedsrichter und die doppelte Anzahl an Linienrichter, wurden zu EM 2008 berufen, unter anderem der deutsche Schiedsrichter Herbert Fandel.

In der Bestenliste der Nationalmannschaften bei Europameisterschaften ist Deutschland die Nummer Eins, gefolgt von den Niederlanden und Frankreich. Deutschland wurde drei Mal Europameister und zwei Mal Vize-Europameister, bei insgesamt neuen Endrundenteilnahmen. Die Gastgeberländer Österreich und Schweiz spielten bei den vergangenen Europameisterschaften keine erfolgreiche Rolle, die Österreicher schafften es einmal in das Viertelfinale. Nur die französische Fußballnationalmannschaft kann durch den Titelgewinn mit Deutschland bei der Anzahl der Titel gleichziehen. Selbst Italien, als viermaliger Weltmeister, konnte die Europameisterschaft nur ein Mal gewinnen. Die Squadra Azzurra gewann die Europameisterschaft 1968 im eigenen Land. Gerade das Missverhältnis von Erfolgen der Italiener bei Welt- und Europameisterschaften zeigt, wie schwer eine Europameisterschaft zu erringen ist. Zu den erfolgreichsten Torschützen bei Europameisterschaften gehören unter anderem Michel Platini und Jürgen Klinsmann. Platini ist heute Präsident der UEFA und wurde so nicht nur als aktiver Fußballspieler sehr erfolgreich, sondern auch als Sportfunktionär.

Einer der heutigen deutschen Nationalmannschaftsfunktionäre ist Oliver Bierhoff. Der in Karlsruhe geborene ehemalige Stürmer und heutige Manager der Nationalmannschaft, schoss mit dem Golden Goal die Deutsche Nationalmannschaft zum Europameisterschaftstitel 1996, unter dem damaligen Trainer Berti Vogts. Bei der 10. Fußball-Europameisterschaft der Herren in England 1996, spielte auch Jürgen Klinsmann, der als Trainer der Nationalmannschaft bei der WM 2006 in Deutschland, das Team bis in Halbfinale brachte. Der dritte Platz des Nationalmannschaft war Klinsmanns größter Erfolg als Trainer. Ab der Saison 2008/2009 ist Klinsmann Trainer von Bayern München und Nachfolger von Ottmar Hitzfeld. Die Europameisterschaft in England 1996 war eine der stimmungsvollsten Wettbewerbe in den letzten Jahrzehnten. Nach dem Elfmeterdrama gegen Deutschland müssen die Engländer endgültig ihre Traumata bei großen Turnieren aufarbeiten. Auch wenn in vielen Ländern die Engländer belacht wurden, weil sie sich nicht qualifizierten konnten, ist es doch Schade, dass sich das Team nicht in der Endrunde zeigen kann. Der Sieger der EM 2008 ist auch bei der folgenden Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine gesetzt. Seit 1960 findet das erste Mal eine Europameisterschaft im Osteuropa statt. Europameister aus den ehemaligen kommunistischen Ländern ist Russland, damals UDSSR und Tschechien, ehemalig Tschechoslowakei. Russland/UDSSR ist mit drei Vize-Europameisterschaften, dass erfolgreichste Team aus dem Osten und hat nach Deutschland die meisten Turniere gespielt.