Metasuchmaschinen

Im Suchmaschinenmarkt gibt es seit Mitte der 1990er Jahre die sogenannten Metasuchmaschinen. Metasuchmaschinen greifen bei der Suchanfrage auf mehrere Suchmaschinen und die Dokumente zurück. Die erste Metasuchmaschine wurde innerhalb eines Forschungsprojektes an der University of Washington entwickelt. Die erste deutsche Metasuchmaschine war MetaGer, die von der Universität Hannover und von Mitarbeitern des Regionalen Rechenzentrums für Niedersachsen 1996 entwickelt wurde. Seit 2005 gibt es die Nachfolge-Metasuchmaschine Metager2, die vom gemeinnützigen Verein für freien Wissenszugang gefördert und betrieben wird. Zu den bekannten Metasuchmaschinen gehört unter anderem auch die deutsche Metasuchmaschine Metaspinner, die niederländische Suchmaschine Ixquick oder Dogpile von InfoSpace. Dogpile greift zum Beispiel als Metasuchmaschine auf Google, Bing oder Yahoo zurück. Metasuchmaschinen wie Metaspinner greifen auch auf Inhalte wie Wikipedia, Amazon oder eBay zurück. Bei Metaspinner kann man zum Beispiel bei der Suchanfrage die unterschiedlichen Informationsanbieter individuell auswählen. Metaspinner greift als Metasuchmaschine auf 400 Millionen indizierte Dokumente zurück. Metasuchmaschinen wie Metaspinner können unter anderem auch auf Audio- und Videodateien zurückgreifen oder sind auf bestimmte Themen wie familienfreundliche Seiten spezialisiert.

Metasuchmaschinen weisen oft Verzögerungen gegenüber den normalen Suchmaschinen auf, da sie auf die Antworten der unterschiedlichen Suchmaschinen warten müssen. Die Verzögerungen sind allerdings nicht mehr so relevant wie in den 1990er Jahren. In der Regel listen die Metasuchmaschinen die Suchergebnisse der einzelnen Suchmaschinen in einem Verzeichnis auf. Metasuchmaschinen können teils auch ein bestimmtes Ranking der gefundenen Seiten vornehmen. Im Unterschied zu normalen Suchmaschinen gibt es bei Metasuchmaschinen keinen eigenen Datenbestand. Generell können Metasuchmaschinen auf alle Onlineangebote wie Lexika zurückgreifen und die Suchergebnisse nach bestimmten Sucheinstellungen darstellen. Zu den Metasuchmaschinen werden auch sogenannte Suchmaskensammlungen gezählt. Hier werden die Suchergebnisse nicht in einem Verzeichnis gelistet, sondern werden die Suchergebnisse in externen Suchfenstern angezeigt.

Metasuchmaschinen können immer nur, wie die vernetzten Suchmaschinen auch, auf Inhalte zurückgreifen, die technisch erkannt werden. Zum Beispiel gibt es kleine Netzwerke, die aus welchen Gründen auch immer, nicht bei den Suchmaschinen gefunden werden. Diese Informationsanbieter müssen teils sehr umfangreich anders recherchiert werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem versteckten Web oder Deep Web. Man kann das Deep Web unterscheiden in Seiten, die von den Suchmaschinen nicht indiziert sind und Seiten mit spezifischen Inhalten wie Datenbanken, die nicht frei zugänglich sind. Vor allem auch die großen Suchmaschinen machen zunehmend das versteckte Web sichtbar. Viele hochwertige Inhalte wie Fachdatenbanken im versteckten Netz sind teils kostenpflichtig und meistens nur für Mitglieder zu nutzen. Wie groß das versteckte Web ist, können selbst Experten nicht genau beziffern.