Pflegewissenschaften

In Deutschland führt die Überalterung der Gesellschaft zwangsläufig zu neuen wissenschaftlichen Fragen im Bereich der Pflegewirtschaft. Hier werden immer mehr neue wissenschaftliche Forschungen nachgefragt, die sich mit innovativen Konzepten und Methoden der Pflege auseinandersetzen. Die öffentlichen Berichterstattungen zeigen, dass es im Bereich der Pflegewirtschaft noch vieler Optimierungsprozesse bedarf. Hier geht es im Kern um das Menschenbild, das vom Verhalten und Erleben der Pflegebedürftigen geprägt ist. Wichtig ist vor allem auch die soziale Interkation zwischen Pflegepersonal und Pflegebedürftigen. Die Effizienz in der Versorgung spielt in der Zukunft eine noch wichtigere Rolle. Ein wichtiges Thema ist auch die Organisation der Pflegeeinrichtungen. Wissenschaftliche Konzepte sind sowohl bei der stationären Versorgung als auch bei der ambulanten Versorgung gefragt. Bei der stationären Versorgung ist das Eintrittsalter der Menschen immer höher geworden, so dass die Verweildauer singt. Eine große Nachfrage herrscht nach neuen wissenschaftlichen Betrachtungen, in Bezug auf die ambulante Pflege. Hier möchten immer mehr Menschen eine qualifizierte Versorgung und Pflege im häuslichen Bereich. Dies hat vor allem Auswirkungen auf die Leistungsangebote in diesem Pflegesegment. Ein wichtiger Bereich ist hier auch die sozial-psychische Betreuung der Menschen und die Förderung des Selbstmanagements. Der Versorgungssektor wird auch häufig auf Englisch “Community Health Nursing” genannt. Ein wichtiger Bereich stellt auch die Beratung bei der Pflegebedürftigkeit dar. Dies betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern auch den Bereich der Kinder- und Jugendlichenpflege. Bildungsinhalte im Bereich der Pflege- und Gesundheitswissenschaft beziehen sich auch auf Themen wie das Qualitätsmanagement und der Qualitätssicherung. Ein weiterer Bereich bezieht sich auf das betriebswirtschaftliche Management der Einrichtungen. An den deutschen Hochschulen gibt es ein wachsendes Angebot in den Bereichen Pflegewirtschaft und Gesundheit.

Bildungsangebote gibt es an einigen Universitäten und Fachhochschulen, auch an kirchlichen Bildungseinrichtungen wie der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt. Hier werden Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Angewandte Pflegewissenschaften kann man zum Beispiel in Köln oder Bremen studieren. Die Charité-Universitätsmedizin Berlin bietet zum Beispiel einen Diplomstudiengang in Medizin- und Pflegepädagogik/Pflegewissenschaft an. Hier besteht auch die Möglichkeit zur Promotion. Eine allgemeine Hochschulreife und eine Berufsausbildung im Gesundheitsfachbereich werden vorausgesetzt. Ein Institut für Pflegewirtschaft unterhalten auch die Universitäten in Bielefeld oder Osnabrück. In Österreich und der Schweiz kann man Pflegewissenschaften in Graz oder Basel studieren. In Basel werden zum Beispiel Bachelor- und Masterstudiengänge (B./M. of Science, Nursing) angeboten. Pflegepädagogik kann man zum Beispiel in Deutschland an den Fachhochschulen in Münster, Esslingen oder Fulda studieren. Auch die katholischen und evangelischen Fachhochschulen, zum Beispiel in Freiburg, Mainz oder Nürnberg (evang.), bieten solche Bachelor- und Masterstudiengänge an.