Sportphilosophie

Die Philosophie des Sports stellt eine wissenschaftliche Herausforderung dar, da Philosophie und das konkrete Moment im Sport auf den ersten Blick nicht harmonisieren. Was man beim Sport besonders schätzt sind die harten Fakten, die sich in klaren Regeln und Ergebnissen ausdrücken. Es gibt kaum eine Welt, die so reguliert ist wie der Sport, trotzdem bleibt den Zuschauern genügend Zeit trefflich zu philosophieren. Gerade im Leistungssport geben Themen wie Doping aber viele Fragen auf, die sich in allen Gesellschaftsschichten reflektieren. Sport wird wissenschaftlich auch in der Philosophie hinterfragt, in Bezug auf den Brückenbau der Kulturen. Die Frage stellt sich philosophisch, ob man Veranstaltungen wie die Olympischen Spiele wirklich braucht, um Kulturen und Menschen näher zusammenzubringen. Hinterfragt kann auch das Zusammenspiel von Athleten, Funktionären und der Politik werden. Betrachtet wird auch die Rolle des Sports in der politischen Gesellschaft. Schön und sportlich zu sein, wird heute mit Disziplin und Erfolg gleichgesetzt. Philosophie und sportliche Wettbewerbe waren inhaltlich in allen Hochkulturen eng verbunden. Ob in der griechischen oder römischen Geschichte, Sportleistungen wurden immer auch als überragendes Kulturgut betrachtet. Man kann den Sport auch philosophisch als ein freies Ereignis sehen, dass in jedem Wettkampf seine neue Geschichte schreibt und gerade deshalb auch die Massen emotional in den Bann zieht. In einer modernen Welt, die immer mehr von gleichen Spielregeln und einheitlichen Alltagshandlungen geprägt ist, spielt der dramaturgisch offene Sportwettstreit eine besondere Unterhaltungsrolle. Sport und Philosophie muss sich auch mit vergangenen Geschichtsepisoden auseinandersetzten, wie dem negativen Umgang mit Geschichte, Gesellschaft, Geist und Körper in der nationalsozialistischen Zeit. Sportphilosophie widmet sich auch generellen Themen, wie der Sonderstellung des Sports in den Kulturen oder der Begrifflichkeit wie Moral im Sport, vor allem auch unter den Aspekten des Konkurrenzkampfes. Natürlich spielt auch die Betrachtungen zu den Helden und den gesellschaftlichen Funktionen eine Rolle. Sport wird philosophisch hinterfragt, in Bezug auf die Bedeutung für die Erziehung von Kinder, Jugendliche und Erwachsene und der Rolle in der Freizeitgestaltung.

An Universitäten werden zum Beispiel Studiengänge in Sportpädagogik/Philosophie angeboten. Fragen nach der Betrachtung von Sport und Ideologie spielen ebenso eine Rolle wie Betrachtungen zu den Anti-Dopingoptionen und dem philosophischen Grundthema der Bewegung. Sportpädagogische Themen sind zum Beispiel Sport und Sozialarbeit oder dem Grundthema Körper, Geist und Wille sowie spannende Themen zur Abenteuerpädagogik für Kinder und Erwachsene. Man kann zum Beispiel auch Fachgebiete zur Sportphilosophie und Sportgeschichte belegen, zum Beispiel an der Uni Leipzig. Sportphilosophie kann man zum Beispiel in Marburg, Berlin, Osnabrück oder Bremen studieren. Generelle Abschlüsse in der Sportwissenschaft kann man auf Lehramt oder Bachelor (B.A.), Magister/Master (M.A.) und Diplom Sportwissenschaftler anlegen. Je nach Bildungsausrichtung der Hochschulen sind die Studienangebote sehr unterschiedlich, so dass man sich im Vorfeld gezielt informieren muss.